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ThemaAnregungen / Erfahrung Funkübung mit Abschnittsbildung6 Beträge
RubrikÜbung
 
AutorGerr8it 8 F.8, Barmstedt / SH842481
Datum31.08.2018 14:062372 x gelesen
Hallo liebes Forum,

nachdem ich hier schon länger mitlese und immer wieder sehr spannende Beiträge lesen durfte habe ich nun ein eigenes anliegen.

Ich bin Funkwart in unserer Freiwilligen Feuerwehr und wurde von meinem Wehrführer angesprochen ob ich eine Funkübung ausarbeiten könne bei der insbesondere die Bildung von Einsatzabschnitten sowie die Zusammenarbeit mehrerer Wehren einmal durchgespielt wird.

Es soll also darum gehen gemeinsam mit unseren Nacharwehren ein größeres Schadensereigniss funktechnisch abzuarbeiten und dabei insbesondere eine saubere Aufteilung der Einsatzabschnitte in eigene Rufgruppen zu üben.

Jetzt zu meiner Frage: Hat jemand hier im Forum schon einmal etwas ähnliches mitgemacht / ausgearbeitet?

Besonders interessant finde ich die Frage wie präzise man ein Regiebuch vorschreiben sollte? Im Endeffekt möchte ich ja das die Führungskräfte sehr frei sind in ihren Entscheidungen wie sie welche Kräfte "einsetzen". Aber ohne einen groben Ablauf vorzugeben habe ich Sorge das die Übung entweder gar nicht erst in Schwung kommt (mangels Funkverkehr) oder vielleicht etwas zu bunt wird.

Mir fehlt da leider jegliche Erfahrung wie man solche Übungen am sinnvollsten planen sollte.

Ich bedanke mic schon einmal im Voraus :)

Mit kameradschaftlichen Grüßen,

Gerrit Feddern

Wie alle anderen auch: Alles was ich schreibe ist meine persönliche Meinung...

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AutorManf8red8 B.8, Tittmoning / 842483
Datum31.08.2018 18:331375 x gelesen
Puh, da hast du dir was vorgenommen ;-)

Als reine Funkübung haben wir so etwas noch nicht gemacht, immer "nur" in Verbindung mit einer echten Großübung.

Als erstes brauchst du ein Einsatzszenario, z.B. Brand Gewerbebetrieb mit vermissten Personen + evtl. Übergreifen des Feuers auf Nachbargebäude + Lange Schlauchleitung

Die Einsatzleitung (im Idealfall deine Feuerwehr) baut jetzt eine Einsatzleitung auf und vergibt an die anderen Feuerwehren die Abschnitte und die Rufgruppen dazu.

Jetzt brauchst du für jede Feuerwehr die eingesetzt wird einen "Spion", der nach deinen Befehlen "Tatsachen vorgibt", Also z.b. 30 Minuten nach Einsatzbeginn steht die Schlauchleitung, es wurden mehr Verletzte gefunden als vermisst angegeben wurden, Pumpe ausgefallen, AT wird zusätzlich benötigt etc. etc. Da ist deine Phantasie gefragt, in einem reelen Einsatz kommt so was ja auch vor.

Diese Spione erhalten von dir über Funk (wichtig: eigene DMO-Gruppe, soll ja keiner mithören) diese "Tatsachen" und geben sie einfach an die FF weiter.

Sehr empfehlenswert ist auch, den landkreisweiten Funk auf einer eigenen DMO-Gruppe zu simulieren, so stört man den restlichen Funkverkehr im Landkreis nicht. Selbstverständlich brauchst du dann auch einen der die Leitstelle simuliert, z.B. für Lagemeldungen, Nachalarmierungen und und und

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AutorIngo8 z.8, Handeloh / Niedersachsen842484
Datum31.08.2018 19:281298 x gelesen
Wer soll was üben?
Führungsentscheidungen kann man gut in einer Simulation üben. Nur Führungskräfte, je Einsatzort ein Raum in einem großen Gerätehaus oder der FTZ. Mit passenden Regieanweisungen toller Übungseffekt. Ist in der Rettungsdienstlichen Führungsausbildung seit Jahren üblich.

Sollen die Mannschaften das Umschalten von Betriebsart und Gruppen üben macht man das natürlich anders

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AutorThom8as 8B., Korntal-Münchingen / Baden-Württemberg842533
Datum03.09.2018 07:111104 x gelesen
Hallo,

Geschrieben von Gerrit F.Hat jemand hier im Forum schon einmal etwas ähnliches mitgemacht / ausgearbeitet?

Ja, regelmäßig für die Übung unserer Führungsgruppe.

Geschrieben von Gerrit F.... wie präzise man ein Regiebuch vorschreiben sollte?

Aus der Erfahrung heraus sollte man das nicht zu detailliert machen, was aber den großen Vorteil hat, dass der Vorbereitungsaufwand für dich sinkt. Unser Vorgehen ist, das Einsatzszenario und den Einsatzverlauf in seinen Grundzügen vorzugeben. Wie im echten Leben: du wirst alarmiert, aber wie sich das Schadensereignis entwickelt, kann die einzelne Führungskraft nicht vollständig beeinflussen. Beispiel: Brand in der Produktionshalle eines größeren Gewerbeobjekts, nach einer Viertelstunde explodiert der Flüssiggastank in der Ecke der Halle.

Das A und O einer solchen Übung sind die "Einspieler", also die Gegenparts zu den eigentlich übenden Führungskräften. Über diese Einspieler hast du die Möglichkeit, den Ablauf der Übung relativ fein steuern zu können. Wichtig dabei ist, als Einspieler erfahrene, kreative FA einzusetzen. Als Anhaltspunkt für die Größenordnung solltest du grob die gleiche Anzahl wie die eigentlich übenden Einsatzkräfte vorsehen. Bei deinem Übungsziel dürfte es ausreichen, wenn die unterste Ebene die Zugführer darstellen. Also übernimmt pro Zugführer ein Einspieler die Rolle seiner Gruppenführer. Diese "GF" geben die Rückmeldungen an den ZF, die du brauchst, um deinen Einsatz steuern zu können. Diese Einspieler funken ihren ZF als GF an, aber können ihm auch passend zum Drehbuch erzählen, was er hier gerade sieht und wie sich das Einsatzgeschehen gerade entwickelt. Beispiel: "mein Angriffstrupp meldet, dass in der Halle ein Gastank steht, der bereits vom Feuer beaufschlagt wird."

Diese Einspieler solltest du vor der Übung intensiv einweisen und ihnen das Übungsszenario und das Übungsziel ausführlich darstellen, damit sie die Übung entsprechend steuern können. Hier sollten auch die entsprechenden Abstimmungen stattfinden, damit alle die vorgesehene Eskalation des Einsatzes kennen und entsprechend einspielen können. Dabei sollten auch die Zeitpunkte, was wann stattfindet, vorgegeben werden usw.

Und mit diesen Voraussetzungen kannst du dann deine Übung, für die du so zwei Stunden einplanen solltest, anlaufen lassen: Die Feuerwehr wird mit dem normalen Ansatz nach AAO zu einem Brand in einem Gewerbeobjekt alarmiert. Der erste Zugführer (Einsatzleiter) wird von dem ersten Einspieler in Empfang genommen und in die Lage eingewiesen. Der Einspieler nimmt dann die Einsatzbefehle der GF in Empfang und baut darauf die Entwicklung des Einsatzes im gewünschen Rahmen auf. Dann kommen die Rückmeldungen der GF an den EL/ZF, der dann erkennen sollte, dass die vorhandenen Kräfte nicht ausreichen und eine entsprechende Nachalarmierung durchgeführt werden sollte. Irgendwann kommt dann der nächste Löschzug zur Unterstützung, dessen Zugführer wiederum seinen Einspieler bekommt. So geht das dann weiter, irgendwann solltest du dann einen Bereitstellungsraum haben (der einen eigenen Einspieler braucht), vielleicht wäre noch eine Wasserförderung über lange Wegstrecken angemessen (noch ein Abschnitt mit einem Einspieler) usw.

Wenn du da eine Gruppe mit erfahrenen Kameraden als Einspieler hast, können sich daraus wunderschöne Übungen mit deinem Übungsziel entwickeln. Wie dargestellt müssen die Einspieler einen kreativen Weg finden, einerseits die Einsatzbefehle ihrer Führungskraft umzusetzen und mit Rückmeldungen zu bearbeiten, andererseits aber dennoch die Entwicklung der Übung so steuern, dass sich der gewünschte Großeinsatz entwickelt, den du eigentlich beüben möchtest.

Viel Erfolg und viel Spaß
Thomas

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AutorTors8ten8 D.8, Gaiberg / Baden-Württemberg842535
Datum03.09.2018 09:08914 x gelesen
Hi
Ich habe beide Varianten (Fuehrungsuebung und Realuebung) schon mehrmals durchgeführt und organisiert.
Aus meiner Erfahrung ist die reale Grossuebung mit tatsaechlichem Geschehen fuer alle die lehrreichere.

Ich wuerde die Fuehrungsuebung fuer die Winterabende lassen und diese kann ganz ohne Funkgeräte von den Fuehrunskraeften durchgeführt werden.
Wenn du die Mannschaft im Funken ueben willst, dann bau den Funk ganz bewusst in eine Uebung mit ein.

Der Aufbau einer Grossuebung mit mehreren Wehren auch zum Glück eben der Kommunikation ist dann klassisch zu strukturieren.
Einsatzleitung in einem oder 2 ELWs. Wache fuer Nachschub etc. im Hintergrund. Mindestens 3 Abschnitte, damit auch Funkbewegung rein kommt. Z. B. Bereitstellungsraum, Wasserversorgung und Brandbekämpfung. Dann alle Fahrzeuge auch mit besetztem und genutztem Funk.
Die Abschnittsleiter nur mit einem FuGr mit Führungskanal (z. B. 31) und jeder Abschnitt mit eigenem Kanal (z. B. 53,55,49...)
Dauer der Uebung sollte min. 1h sein, damit auch wirklich gefunkt wird.
Und, wie schon mehrfach erwaehnt, erfahrene Einspieler mit Fantasie und einem nicht zu umfangreichen Skript. Hier hat es sich bewaehrt, aus anderen, nicht an der Uebung beteiligten Wehren erfahrenes (Führungs)personal zu nehmen. Und du brauchst natuerlich auch noch eine handvoll Funkueberwacher, die zumindestens wichtige ge Dinge mit protokollieren. Auch Einspieler, Funker, Fuehrungspersonal sollten kurze schriftliche Rueckmeldung geben.
Dierktes Feedback in grosser Runde nach der Uebung und detaillierteres Feedback und Verbesserungsvorschlaege spaetestens 1 Woche spaeter, wenn die Erinnerung an die Uebung noch frisch ist.
Mach die Ausarbeitung und Vorbereitung nicht alleine sondern mit 2 Kollegen.

Viel Sass bei der Uebung

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AutorGerr8it 8 F.8, Barmstedt / Schleswig-Holstein842537
Datum03.09.2018 13:43675 x gelesen
Hallo,

Vielen Dank für eure sehr ausführlichen Ideen und Anregungen.

Die Idee mit den Einspielern ist hervorragend. Da wäre ich so in der Form glaube ich nicht drauf gekommen.

Es ist auch schön zu hören, das mein Regiebuch nicht zu detailliert werden muss :)

Die Übung wollten wir auch vorher schon zu zweit ausarbeiten, aber nun holen wir uns vielleicht noch einen dritten Kameraden mit ins Boot.

Meine Beiträge geben nur meine persönliche Meinung wieder.

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 31.08.2018 14:06 Gerr7it 7 F.7, Barmstedt
 31.08.2018 18:33 Manf7red7 B.7, Tittmoning
 31.08.2018 19:28 Ingo7 z.7, Handeloh
 03.09.2018 07:11 Thom7as 7B., Korntal-Münchingen
 03.09.2018 09:08 Tors7ten7 D.7, Gaiberg
 03.09.2018 13:43 Gerr7it 7 F.7, Barmstedt
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