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ThemaBrandschutz versus Lärmschutz: Die Feuerwehr bleibt ein umstrittener Nachbar6 Beträge
RubrikRecht + Feuerwehr
 
AutorJürg8en 8M., Weinstadt / Baden-Württemberg864666
Datum25.11.2020 22:062208 x gelesen
Brandschutz versus Lärmschutz: Die Feuerwehr bleibt ein umstrittener Nachbar

Das neue Feuerwehrhaus im Ortsteil Stetten in Leinfelden-Echterdingen bekommt Durchfahrtsgaragen. Das hat einige Vorteile.

stuttgarter-zeitung.de

hallo,

ein Beispiel das zeigt dass es immer schwieriger wird gute Standorte für Feuerwehrhäuser zu finden

MkG Jürgen Mayer, Weinstadt

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AutorAlex8and8er 8H., Burgheim / 864676
Datum26.11.2020 10:151157 x gelesen
Naja, ich hab mir das mal jetzt bei Googlemaps angeschaut.
Je nachdem wo das Gerätehaus mal hinkommen soll, schaut das schon blöd aus.

Aktuell ist von Ortsmitte Märkt nach Ortsmitte Haltingen knapp 5km Strecke und rund 8-9 Minuten Fahrzeit.

Mal ernsthaft. In der Nacht und vielleicht noch Winter brauchen die Kameraden dann 10-12 Minuten um nur am Gerätehaus anzukommen.

In meinen Augen sinnbefreit, wobei es immer Schade ist Kameraden zu verlieren.

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AutorRain8er 8K., Altenholz / Schleswig-Holstein864678
Datum26.11.2020 11:54   1068 x gelesen
Moin,

nachdem ich mich für die Suche nach einem geeigneten Standort für ein neues Feuerwehrhauses leider selbst mit dem Thema "Lärmschutz" beschäftigen musste, habe ich aus den Gesprächen mit den von der Gemeinde beauftragten Lärmschutzgutachtern die folgenden Erkenntnisse gewonnen:

1. Entgegen landläufiger Meinung geht es bei den Lärmschutzproblemen überhaupt nicht um das Ausrücken im Einsatzfall. Die Sirene auf dem Dach, die anrückenden Kameraden und die ausrückenden Fahrzeuge mit Martinshorn müssen von allen Bürgern hingenommen werden. Das gleiche gilt übrigens auch für den "Lärm" am Einsatzort. Hier gibt es keine Ansprüche auf Lärmminderung!
2. Ganz anders sieht es aber leider für die Rückkehr vom Einsatz aus! Hier gilt die unvermeidbare Geräuschkulisse der in die Halle fahrenden Einsatzfahrzeuge und der abfahrenden Kameraden als "Gewerbelärm", der immer dann zu bemessen ist, wenn diese Situation im Durchschnitt häufiger als 10 mal im Jahr in der Zeit von 22.00 bis 06.00 Uhr auftritt. Besonders problematisch sind die "Lärmspitzen" durch das Überdruckventil der Druckluftbremse (Zischen) und das Zuschlagen der Autotüren der Kameraden auf dem Parkplatz. Schon diese Lärmwerte überschreiten die Grenzen für allgemeine Wohngebiete in der Nacht!
3. Der Ausbildungs- und Übungsbetrieb lässt sich dagegen ganz gut in einem Wohngebiet beherrschen, wenn sichergestellt ist, dass die letzten Kameraden bis 22.00 Uhr den Parkplatz verlassen haben (sonst gilt natürlich wieder 2.!).
4. Aussage der Lärmschutzexperten, die sich schon mit vielen Standorten von Feuerwehrhäusern und BF-Wachen beschäftigt haben: Ein Feuerwehrhaus mit mehr als zehn nächtlichen Einsätzen im Jahr lässt sich nur noch in einem Gewerbegebiet oder einem speziellen Sondergebiet sicher ansiedeln. Selbst Mischgebiete sind problematisch. Auf jeden Fall sollte ein ausreichender Abstand zur Wohnbebauung eingehalten werden, der auch nicht später zugebaut werden darf.

Die Gutachter haben uns aber auch zu verstehen gegeben, dass sie nicht verstehen können, warum Feuerwehrhäuser nicht vom Lärmschutz "privilegiert" werden. Entsprechende Ausnahmen gibt es mittlerweile für die Landwirtschaft, Kinderbetreuungseinrichtungen und Spielplätze. Warum nicht auch für die Feuerwehr? Denn wir alle brauchen das Feuerwehrhaus mitten im Ort, damit die Kameraden schnell zur Stelle sind und die freiwillige Feuerwehrarbeit nicht im Verborgenen eines Gewerbegebietes abläuft.

Meine bisherigen Versuche, unsere immer sehr wichtigen Verbandsfunktionäre auf dieses Thema "politisch" anzusetzen, sind bislang leider fehlgeschlagen. Ich habe auf meine Anregungen noch nicht einmal eine Antwort erhalten.

Viele Grüße von der (nur heute) trüben Ostsee

Rainer

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AutorJako8b T8., Bischheim / Département du Mont-Tonnerre 864680
Datum26.11.2020 13:02817 x gelesen
Hallo!

Geschrieben von Rainer K.Auf jeden Fall sollte ein ausreichender Abstand zur Wohnbebauung eingehalten werden, der auch nicht später zugebaut werden darf.

Genau das ist aber mit einer der springenden Punkte.

So manch eine Feuerwache wurde vor Jahren auf der grünen Wiese gebaut. Nach und nach entstanden dann ringsum tolle Neubaugebiete und schon lag die Wache mitten in einem Wohngebiet mit all den bekannten Problemen.
Keine Gemeinde verzichtet gerne auf die Einnahmen aus dem Verkauf von Baugrundstücken.

Geschrieben von Rainer K.Denn wir alle brauchen das Feuerwehrhaus mitten im Ort, damit die Kameraden schnell zur Stelle sind und die freiwillige Feuerwehrarbeit nicht im Verborgenen eines Gewerbegebietes abläuft.


Da bin ich ein Stück weit völlig bei Dir. Die Feuerwachen immer weiter vom Ort weg zu bauen weil sich der mündige Bürger in seiner Ruhe gestört fühlt kann nicht die Lösung sein.
Aber wie immer wird man erst dann anfangen nachzudenken wenn die Mehrzahl der FA länger zum Gerätehaus braucht wie die Anfahrt zur E-Stelle und der Einsatz dauert.

Gruß vom Berg

Jakob

"Die Verwendung der verschiedenen Löschmittel hat den Zweck, den Verbrennungsvorgang zu unterbrechen."
>> Suche Ärmeladler Feuerwehr Bischheim bzw. Feuerwehr Bischheim Saar-Pfalz

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AutorWolf8gan8g K8., Deißlingen / Baden Württemberg864681
Datum26.11.2020 14:05748 x gelesen
Die Geister die ich rief ..... die muss ich nun Stück für Stück wieder vertreiben. Lärm macht krank - ja das stimmt. Aber es gibt eben "Lärm" der zum leben gehört und es gibt anderen Lärm. Leben geht nicht ohne Lärm. Seien es Kinder oder auch wir von der Feuerwehr. Dummerweise trifft es nicht jeden. Und seinen Solidarbeitrag leisten oft nicht mehr in Mode.

Es war/ist eine gesellschaftliche Entwicklung, die glaubt, man kann alles schädliche ausgrenzen - ohne dafür zu bezahlen. Leider sit die Welt nicht so einfach. Ich hätte für einfach fast eine Farbe geschrieben.

Wir müssen alle weider akzeptieren, das wir Einrichtungen des Gemeinwesens in unserer Nähe brauchen. Und dass manche davon auch Lärm machen. Wie wir die Menschen davon überzeugen? Ein Patentrezept habe ich leider nicht. Da muss wohl, wie an vielen anderen Ecken auch an manchen Punkten erstmal bis zum Ende gedacht werden.


Geschrieben von Rainer K.Meine bisherigen Versuche, unsere immer sehr wichtigen Verbandsfunktionäre auf dieses Thema "politisch" anzusetzen, sind bislang leider fehlgeschlagen. Wundert mich das? Nein. Warum nicht? Das ist ja ein Thema, das gegen den Mainstream läuft. Lorbeeren kann man sich da nicht verdienen. Da gibt es andere Themen, bei denen man mit nichtssagenden Pressemitteilungen Beifall heischen kann. Das hilft aber nicht, unsere drängenden Probleme zu lösen. Die Landwirtschaftslobby hat es doch auch geschafft - dank harter Arbeit. Warum wir nicht?

Was ich schreibe, ist meine persönliche Meinung. Diese weicht öfters von der Meinung anderer ab. Und das ist gut so.

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AutorDirk8 S.8, Lindau / Bayern864705
Datum26.11.2020 21:44637 x gelesen
Hallo,
so einfach ist es nicht! Vergesst das mit Lobby und Landwirtschaft - für mich Stammtischgeschwätz!
Ein Landwirtschaftlicher Betrieb wird nicht viel anders behandelt, wie ein anderer Gewerbebetriebe. Auch hier wird eine UVP gefordert.
Selbst alte Hofstellen haben zunehmend Problem mit den (neuen) Nachbarn.
Was richtig ist, der Nachbar beißt sich während der Erntezeit die Zähne aus, wenn er um 1:00 die Polizei ruft, weil gerade 40t sein Schlafzimmer zum Zittern bringt.
Auch das Bauen im Außenbereich ist deutlich einfacher. Aber meist schrumpft der Abstand zur Wohnbebauung nach einigen Jahren und das Theater geht von vorne los. Deshalb nicht mit Fingern auf andere Zeigen und meinen, die haben es besser.

Die Feuerwehr hat erst mal kein Problem mit dem Standort. Klar will man einen gut erreichbare Wache haben und möglichst zu Fuß zurück nach Hause. Allein weil es bequem ist.
Aber ein zentrale oder gute und schnelle Erreichbarkeit ist ja keine Selbstzweck. Siehe auch Diskussion Ausrückzeit zu langsam.
Aber letztendlich ist es ein Problem der Gemeinde/Stadt einen geeigneten Standort zu finden und eine politische Entscheidung herbeizuführen.
Da muss/will sich kein FF-Funktionär die Finger schmutzig machen.
Man kann nicht alles haben kürzeste Ausrückezeiten, Wache möglichst weit draußen vor der Stadt und kosten darf der Spaß auch nichts.

Man darf die Lobby der Feuerwehr auch nicht unterschätzen! Das ist das erste was man als Gemeinderat auf dem Dorf lernt.
Bundes-Immissionsschutzgesetzn ist aber ein ganz dickes Brett.

Gruß
Dirk

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 25.11.2020 22:06 Jürg7en 7M., Weinstadt
 26.11.2020 10:15 Alex7and7er 7H., Burgheim
 26.11.2020 11:54 Rain7er 7K., Altenholz
 26.11.2020 13:02 Jako7b T7., Bischheim
 26.11.2020 14:05 Wolf7gan7g K7., Deißlingen
 26.11.2020 21:44 Dirk7 S.7, Lindau
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