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ThemaBaWü: Rettet die Helfer vor Ort6 Beträge
RubrikRettungsdienst
 
AutorJürg8en 8M., Weinstadt / Baden-Württemberg892908
Datum30.03.2026 13:421622 x gelesen
Petition unterschreiben

Minuten entscheiden über Leben - Helfer-vor-Ort erhalten

Change.org

In Baden-Württemberg ist geplant, die Alarmierung von Helfer-vor-Ort-Gruppen (HvO) deutlich einzuschränken.

Künftig kann es dazu kommen, dass z.B. bei einem Verkehrsunfall zwar ein Rettungswagen oder sogar ein Notarzt mit Sondersignal alarmiert wird jedoch keine Helfer-vor-Ort, obwohl diese sich in unmittelbarer Nähe befinden und deutlich früher eintreffen könnten.

Dabei handelt es sich um qualifizierte Kräfte, darunter Rettungs-/Notfallsanitäter, Sanitäter aber auch Ärzte, die ehrenamtlich tätig sind und mit geeigneter Ausrüstung schnelle Hilfe leisten könnten.

Das HvO-System verursacht für das Innenministerium Baden-Württemberg und die Kostenträger keine zusätzlichen Kosten. Es basiert vollständig auf ehrenamtlichem Engagement und wird vielfach durch Spenden getragen.

Als Begründung für die Einschränkung wird unter anderem der Schutz der Helfer vor Überlastung genannt.
Diese Begründung ist nicht nachvollziehbar, da jeder Helfer selbst entscheidet, ob und wann er einen Einsatz übernimmt.

Besonders schwer zu verstehen ist, dass in Fällen, in denen die Leitstelle entscheidet, dass der Rettungsdienst mit Blaulicht erforderlich ist, der nächstgelegene, professionell qualifizierte Helfer nicht an die Einsatzstelle alarmiert wird, obwohl er einsatzbereit ist und sofort helfen könnte.

was steckt da dahinter?

MkG Jürgen Mayer, Weinstadt

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AutorBern8har8d D8., Schwetzingen (BaWü) / Baden-Württemberg892911
Datum30.03.2026 21:38856 x gelesen
Guten Abend


Bezieht man sich hier nur auf den § 74 Helfer-vor-Ort-Systeme der "Rettungsdienstplanverordnung Baden-Württemberg RDPlanVO " vom 10.03.2026:

[...]§ 74 Helfer-vor-Ort-Systeme

(1) Die Integrierte Leitstelle alarmiert in geeigneten Fällen ein Helfer-vor-Ort-System nach § 23 RDG, soweit ein solches im Rettungsdienstbereich vorhanden ist. Die Alarmierung erfolgt nur, wenn dadurch ein medizinisch relevanter Zeitvorteil bis zum Eintreffen des gleichzeitig alarmierten Rettungsdienstes erreicht werden kann. Die Beurteilung obliegt der Integrierten Leitstelle aufgrund
des Meldebildes.
[...]


Oder gibt es noch andere offizielle Quellen zur u.a. bei der " schwäbischen " berichteten Thematik ?


Gruß aus der Kurpfalz

Bernhard

" Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles eine Bemerkung !"

(Heinrich Heine)


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AutorSeba8sti8an 8S., Helmstadt-Bargen / Baden-Württemberg892914
Datum31.03.2026 14:48739 x gelesen
Bei uns im Landkreis wurde vom Landratsamt gestern ein Schreiben des IM BW verteilt. Dort sind unter anderem alle Einsatzstichworte gelistet, zu denen die Hvo-Gruppen in Zukunft hinzualarmiert werden sollen/dürfen.
Und wenn ich mir diese Stichworte anschaue, ist da schon sehr vieles abgedeckt. Vor allem meiner Meinung alle Indikationen, die ein schnelles Eingreifen notwendig machen (ACS, verschiedenste Traumata, akutes Abdomen, akuter Thorax...). Somit sehe ich hier für den Normalbürger keine Verschlechterung.

In der Vergangenheit war es bei einigen HvO-Gruppierungen so, dass sie quasi bei fast allen FW-Einsätzen mit dabei waren, ob VU, BMA oder auch Brandeinsätzen. Und eben diese Alarmierungen fallen nun weg. Wobei man als Feuerwehr gerade bei größeren Einsätzen noch die Einsatzgruppe Bereitschaft hat, welche man dazunehmen kann. Oder das sogar in der AAO hinterlegen kann.

Beste Grüße aus dem Kraichgau
Sebastian Stadler
-------------------------------------
Dieser Betrag ist meine eigene persönliche Meinung
und spiegelt nicht zwangsläufig die Meinung der Einheiten wieder, für die ich tätig bin.

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AutorBern8har8d D8., Schwetzingen (BaWü) / Baden-Württemberg892931
Datum04.04.2026 20:04560 x gelesen
Aufregung um Änderungen bei ehrenamtlichen Notfallhelfern

Geplante Änderungen beim Einsatz ehrenamtlicher Ersthelfer sorgen für Diskussionen. Kritiker warnen vor Folgen bei der Notfallversorgung. Nun äußert sich das Innenministerium.

SWR Aktuell

Guten Tag

Dazu vom "SWR":

[...]
Ministerium will Einsätze nur noch bei bestimmten Stichworten

Einsätze wie diese könnten für die landesweit mehr als 6.000 Helfer-vor-Ort seltener werden. Das Innenministerium will die Vorgaben für ihre Alarmierung ändern, um Überlastung zu vermeiden und das System einheitlicher zu organisieren, wie es bei der Behörde heißt.
[...]
In einem Schreiben, das dem SWR vorliegt, hat das Ministerium vergangene Woche angekündigt, Ehrenamtliche grundsätzlich nur noch zu bestimmten Notfällen rufen zu lassen. Aufgeführt sind dazu spezielle Einsatzstichworte wie "akute Atemnot", "Kreislaufstillstand" oder "Bewusstlosigkeit". Bei Verkehrsunfälle beispielsweise wäre demnach künftig keine Alarmierung der HvO-Gruppen vorgesehen.
[...]
Die Liste sei nach einer Evaluation gemeinsam mit den Trägern des Rettungsdienstes erarbeitet worden. Bisher hätten Leitstellen wegen unterschiedlicher Auslegung nicht einheitlich alarmiert. Allerdings sei nichts "in Stein gemeißelt".
[...]


Bezüglich Überlastung, wie will man das definieren? Da gibts in BaWü HVO-Standorte mit beispielsweise drei Einsätze pro Woche und andere mit drei Einsätze täglich.


Gruß aus der Kurpfalz

Bernhard

" Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles eine Bemerkung !"

(Heinrich Heine)


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AutorDani8el 8S., Remagen / 892933
Datum05.04.2026 22:49411 x gelesen
Das Unterbinden von sinnlosen Alarmierungen finde ich grundsätzlich richtig.
Die Frage ist nur: Was ist überhaupt eine sinnlose Alarmierung?

Für mich ist eine Alarmierung dann sinnlos, wenn kein zeitkritisches Stichwort vorliegt und der Zeitvorteil unter fünf Minuten liegt.
Schließlich möchte ich als HvO auch sinnvoll arbeiten können und nicht bei jedem zweiten oder dritten Einsatz sagen müssen:
Sorry, RR habe ich noch nicht - ihr wart zu schnell da. Ehrlich gesagt weiß ich noch gar nicht, was hier los ist.

Ich erlebe das bei mir vor Ort tatsächlich relativ häufig:
In etwa einem Viertel der Fälle werde ich gemeinsam mit dem örtlichen RTW alarmiert, der dann nur 3-4 Minuten nach mir eintrifft.

Zusätzliche Probleme dabei:

Im Meldertext steht nicht, welcher RTW kommt
In der App ist es ebenfalls nicht immer nachvollziehbar (abhängig von der MAÜ)
Funk habe ich nicht, da ich die Einsätze mit dem Privat-PKW anfahre (~170/Jahr)
Offiziell sollen wir die Leitstelle nicht anrufen - ich mache es auf der Anfahrt trotzdem oft, nur um dann 500 m vor Eintreffen zu erfahren, dass der örtliche RTW kommt

>> In solchen Fällen bringt mir die Alarmierung ehrlich gesagt wenig.

Anders sieht es für mich aus, wenn der RTW deutlich länger braucht und der Patient entsprechend auf sich allein gestellt ist.
Dann halte ich eine HvO-Alarmierung grundsätzlich für sinnvoll - unabhängig vom Stichwort, auch bei klassischen Low-Code-Einsätzen wie Synkope oder Schnittverletzung.

Natürlich verstirbt der Patient in diesen Fällen nicht zwingend, wenn kein HvO kommt.
Aber der HvO übernimmt eine wichtige Aufgabe:
Betreuung von Patienten und Angehörigen.

Für die Betroffenen macht es einen großen Unterschied, ob nach dem Notruf innerhalb von fünf Minuten jemand vor der Tür steht, der die Situation übernimmt.
Allein die Anwesenheit und das Ruhe reinbringen wirken oft Wunder.

Diesen Vorteil habe ich aber nur, wenn ich auch wirklich mindestens fünf Minuten vor dem Rettungsdienst eintreffe und den Einsatz entsprechend aufbauen kann.

Grundsätzlich gibt es ja auch Stichwörter bzw. Einsatzarten, bei denen HvO bei uns nicht alarmiert werden sollen, z. B.:

Polizeilagen
P-Zug
MANV-Lagen
Bereitstellungseinsätze
Einsätze auf Autobahnen (ohne eigenes Einsatzfahrzeug)
Verkehrsunfälle PKW vs. PKW (ohne eigenes Einsatzfahrzeug)
Reine Erkundungsaufträge (fahr mal schauen) ohne RTW

In der Praxis habe ich allerdings alle diese Szenarien schon mehrfach erlebt.

Teilweise, weil sich doch ein kritischer Patient dahinter verbirgt und kein Rettungsmittel zeitnah verfügbar ist -
und teilweise auch, weil die Leitstelle ihre Pappenheimer kennt und weiß, wann man die Regeln etwas flexibler auslegen kann.

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AutorNeum8ann8 T.8, Bayreuth / Bayern / Franken892936
Datum06.04.2026 08:55422 x gelesen
Dein Einsatz/Ansatz ist im Prinzip lobenswert, aber in meinen Augen von ehrenamtlichen HvO kaum leistbar (evtl. auf einem Dorf, wo jeder jeden kennt, aber da muss auch nicht unbedingt die Leitstelle alarmieren), und eher ein Job, den früher eine 'Dorfschwester' gemacht hat.

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 30.03.2026 13:42 Jürg7en 7M., Weinstadt
 30.03.2026 21:38 Bern7har7d D7., Schwetzingen (BaWü)
 31.03.2026 14:48 Seba7sti7an 7S., Helmstadt-Bargen
 04.04.2026 20:04 Bern7har7d D7., Schwetzingen (BaWü)
 05.04.2026 22:49 Dani7el 7S., Remagen
 06.04.2026 08:55 Neum7ann7 T.7, Bayreuth
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