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| Rubrik | Berufsfeuerwehr | zurück | ||
| Thema | Nachwuchsgewinnung bei der Berufsfeuerwehr Hannover | 15 Beiträge | ||
| Autor | Klau8s B8., Isernhagen / Nds | 393434 | ||
| Datum | 27.03.2007 22:06 MSG-Nr: [ 393434 ] | 6606 x gelesen | ||
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Hallo! ein alter Thread, den ich (Neueinsteiger!) erst jetzt fand. Der Pressesprecher der BF Hannover, Alfred F. sagte in einem Fernsehinterview, dass es sich die BF Hannover nicht leisten könne, Abstriche zu machen. Die Zahl der Kollegen, die vorzeitig aussteigen müssen ist sehr hoch - und da muss man von vorn herein versuchen, gegen zu steuern. (Leider auch ich, wenn auch erst im Alter von 55 Jahren!) Es ging einfach nicht mehr. Zu dem Thema gibt es wissenschaftliche Untersuchungen, (Damals noch von der OeTV in Zusammenarbeit mit der Uni Köln und der BF München), die besagen, dass die Belastungen der Einsatzkräfte so hoch seien, dass der Schnitt der Feuerwehrleute etwa fünf Jahr früher versterben, als der Rest der Bevölkerung. Diese Studie führte aus, etwas, was ich wirklich bestätigen kann, dass die alten Kollegen ihr Einsatzgeschehen für den Rest des Lebens mit sich herumschleppen. Als junger Mensch steckt man das weg. Kommt man als (z.B.) 25jähriger von einem nächtlichen RTW-Einsatz zurück, dann "haut man sich auf die Koje, dass die anderen Kollegen an eine Explosion glauben, zieht ein Bein hoch und das andere bleibt schon draußen, weil man weg geschlafen ist.. Kommt man dann in die Mitte 30, Anfang 40 oder gar 50, dann sieht das ganz anders aus. Die Bilder, die man tausende Mal gesehen haben, sie (und das haben mir die alten Kollegen immer und immer und immer wieder bestätigt!), die gehen nicht mehr aus den Kopf! Es gibt eine Studie der NFPA der USA (National Fire Protection Asssociation, eine Organisation in den USA, die sich mit der Arbeitssicherheit speziell der Feuerwehren, aber nicht nur da (siehe Artikel "UB-Feuerwehr" irgend wo im letzten Sommer) beschäftigt. Die besagt, dass ein Feuerwehrmann in der ersten halben Stunde eines Brandeinsatzes einer höheren Belastung unterliege, als ein Automechaniker in acht Stunden! Sehr viele Kollegen leiden unter psychosomatischen (hat nichts zu tun mit psychischen Erkrankungen, ganz flach gesagt: Das, was man früher als "Managerkrankheit" bezeichnete. Physische Schäden, die durch eine psychische Überbelastung hervor gerufen werden.) Die Schäden durch reine Einsatzgeschehen sind relativ selten, die durch das normale Dienstgeschehen sehr viel mehr! Unser Dienstarzt (er wurde hier angesprochen!) ist ein ausgesprochen netter Kerl, relativ jung, nebenbei Fachrichtung Arbeitsmediziner, der wirklich ein offenes Ohr für die Kollegen hat. Aber in Sachen Atemschutz ist er erbarmungslos (Diese Bemerkung hat er mir auf Grund eines Artikels mal sehr übel genommen, hi) Er MUSS es sein, es geht nicht anders.. Die BF Hannover verlangt von ihren FM (SB) jedes Jahr die Erfüllung der drei Atemschutzübungen und die Erfüllung der Sportkarte. Erklärung: Hier werden Übungen, die dem Standard des Sportabzeichens entsprechen verlangt, aber nach einem Punktesystem. Man kann, so man bei einer Übung Probleme hat die mit einer höheren Punktezahl in anderern Disziplinen ausgleichen. Ich h z.B. hatte immer Probleme beim Kugelstoßen, konnte aber mit Schwimmen ausgleichen. Wo auch sehr viele Applikanten durchfallen, das sind die ganz normalen Wissensteste. Ich habe es selber erlebt. Da wird Bremen mit "H" geschrieben, auf die Frage, wer der erste Mann im Staate sei mit glasklarer Selbstverständlichkeit der Bundeskanzler genannt, nach der Frage der Dreiteilung der Gewalten nur fassungsloses Staunen und eine Prozentaufgabe ist eine unüberwindliche Hürde. Das menschliche allgemeine Wissen verdoppelt sich alle sieben Jahre, das technische Wissen etwa alle zwei Jahre. Und dem MÜSSEN sich Feuerwehrleute, die diesen Beruf gestellt haben eben stellen. Übrigens eine Bemerkung, die ich mir zum Abschluss erlaube: JEDER, der diesen Beruf ergreift muss sich fragen,ob er das seiner Familie zumuten kann. Ich meine hier nicht nur den Verlust des sozialen Lebens, Dienst an Sonn- und Feiertagen, Weihnachten und Ostern und zu Familienfeiern. ich meine noch etwas ganz Anderes, was ich an einem persönlichem Erleben untermauern möchte: Gestern berichtete ich über das entsetzliche Explosionsunglück in Hannover. Als ich am nächsten Morgen nach Hause kam, da hat meine Edith mich nur still in den Arm genommen und geweint. Etwa 20 Jahre später habe ich ihr erzählt, dass ich den nächsten Morgen nicht kommen würde, da Personalversammlung. Meine Frau hatte Nachtdienst, Krankenschwester, und hat das vergessen! Ihr Dicker kam und kam nicht! Anruf auf der Wache, oib da was passiert sei?? Die Kollegen hatten natürlich eine Zahnbürste quer im Mund, HA!; der Klaus wird kontrolliert, ha ha ha. Als ich ihnen dann von dem Trauma meiner mich seltsamerweise immer noch liebenden Ehefrau erzählt, da wurde die Bande aber SEHR still. Sie kannten das! Gut, ein wenig vom Hunderten in das Tausende, aber mir war danach! Leute, immer gute Heimkehr! Klaus | ||||
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