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Jugendfeuerwehr
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RubrikSonstiges zurück
Thema Mitgliedergewinnung (nicht nur bei Flüchtlingen)    # 43 Beiträge
AutorBjoe8rn 8R., Mommenheim / Rheinland-Pfalz862022
Datum17.09.2020 14:24      MSG-Nr: [ 862022 ]2916 x gelesen

Hi,

mit Mobbing hat das Thema ja schon länger nichts mehr zu tun.

Paar Gedanken zur Mitgliederwerbung.
Warum ist eigentlich nicht jeder Bürger Mitglied der Feuerwehr? Warum hat nicht jeder Interesse daran, dass sein Haus geschützt wird und er mithilft, wenn sein oder das Haus seines Nachbarn brennt?
Und je mehr Leute dabei wären, desto weniger Aufwand wäre es für den einzelnen.

Tatsache ist nun aber, dass wir zu wenige Mitglieder haben.
Wen können wir also nun ansprechen um mehr Mitglieder zu gewinnen? Die letzten Jahre waren es vielfach Frauen, die Ziel von Kampagnen oder Werbeaktionen waren.
Zum einen waren diese in den Wehren unterrepräsentiert, zum anderen war da sicher immer noch die Hoffnung/Überlegung, dass Frauen ja als Hausfrauen grad über den Tag verfügbar wären.
Realität ist, dass der Erfolg der Kampagnen recht überschaubar war AFAICS. Analyse, warum? Hab ich eher wenig gesehen und gelesen.

Nun also Flüchtlinge. Motivation hier: Die sind neu, noch nicht eingebunden oder anderswo verplant, vlt. auch noch dauerhaft daheim, weil noch ohne Arbeit, also verfügbar. Dazu kommt noch die positivie Besetzung bei allen Aktivitäten rund um Flüchtlinge (Presse, auch schnell verfügbare Extra-Gelder für Integrationsaufgaben).
Das Ergebnis steht noch nicht fest, die ERwartung, dass Flüchtlinge nur darauf gewartet haben, endlich bei der Feuerwehr mitmachen zu können wird aber IMO auch enttäuscht werden.

Könnte es sein, dass die Zielgruppen erstmal andere Probleme haben als sich der Feuerwehr anzuschliessen?
Frauen sind heute eben nicht mehr das Heimchen am Herd, die"nur das bisschen Haushalt" managen müssen, sondern entweder auch berufstätig und - im überwiegenden Maße zumindest - auch für die Kinder zuständig. Und dies ist auch kein Nebenjob mehr, da muss frau noch nicht mal eine Helikoptermutter sein. Mit Schule, Haushaufgaben, Sport, Freunde... viel echte unverplante Zeit bleibt nicht.

Und Flüchtlinge haben auch erstmal andere Sorgen. Fuss fassen, die Kinder ordentlich unterbringen, einen Job suchen, den Aufenthaltsstatus klären, eine Zukunft hier aufbauen. Da kann die Feuerwehr sicher ein Kontaktpunkt sein, sie hat aber gegenüber anderen Angeboten ziemliche Nachteile aus Flüchtlingssicht.
Die EInstiegshürde ist recht hoch, ehe man mal wirklich zum EInsatz kommt hat man im Sportverein schon 2 Saisons gespielt.
Die Sprachbarriere ist recht hoch, die Anforderungen an das sprach- und Hierarchieverständnis ebenso. Dazu kommt, dass das Bild der Feuerwehr anderswo eben nicht das Gleiche ist wie in .de. Wie schon öfters hier diskutiert, Nähe zum (verhassten) Staat oder dem Militär.
Und kaum sind die ersten SChritte getan, der Job da, die Kinder unter haben Flüchtlinge die gleichen "Ausreden" wie 90% der bisherigen Bevölkerung: Job, Karriere, Familie, Wohnung/Haus renovieren, Kinder gross bekommen, ...
Da unterscheiden sich die Flüchtlinge nicht von den ehemaligen Aussiedlern oder Gastarbeitern.
Klar kommen die auch in die Feuerwehr, aber eben in ähnlichen Prozenten wie die anderen Einwohner auch - bei uns derzeit ca 8,8% der Bevölkerung Mitglied in der Feuerwehr.

Insofern sehe ich solche Kampagnen für spezifische Zielgruppen immer sehr kritisch.

Was also ist zu tun? (Damit es nicht nur bei der - auch keinesfalls neuen - Situationsbeschreibung bleibt)

Ohne Jugendfeuerwehr wird es schwierig. Wenn die Kinder nicht schon in jungen Jahren gewonnen werden können sondern sie erstmal woanders sind bekommen wir (hier auf dem Land) sie sehr schwer nochmal angesprochen. Die mit Abstand wirksamste Form der Mitgliedergewinnung.

Ansonsten bleibt nur der mühsame Einzelkampf um jedes Mitglied. Neu Hinzugezogene (am Besten mit Kindern) sind eine gute Zielgruppe.
Diejenigen, die hier auf absehbare Zeit wohnen bleiben werden (Haus-/Wohnungskauf) suchen eher Bindung an das Dorfgeschehen als solche, die nur einen Schlafplatz brauchen, deren Leben sich aber woanders abspielt.
Am idealsten sind die Väter, die Samstags mit ihren Kindern auf dem Dreirad am Gerätehaus vorbeikommen und die Kinder natürlich FW-Auto schauen wollen.
Natürlich dürfen die Kids kommen und schauen, gerne auch in jeden Geräteraum. Klar auch Helm anprobieren. Und nebenbei mit dem Vater mal ein Gespräch führen.
Bei jeder Feuerwehraktivität (Weihnachtsbaumverbrennen, Osterfeuer, Tag der offenen Tür) kommunikative Kameradinnen und Kameraden mit Gästen ins Gespräch kommen lassen. Und die bewusst dafür vom Thekendienst befreien.

Natürlich ist das alles ein Marathon und kein Sprint von einem Jahr.
Damit verbunden auch eine positiv professionelle Darstellung in den sozialen Medien.
Meine Überzeugung: Facebook ist bald wichtiger als die Homepage. Instagram wird wichtiger als Facebook.
Darstellen, was Feuerwehr alles ist, also vom Besuch der Kinder der örtlichen Schule oder des Kindergartens über die Gerätewartung bis (auch das gehört dazu) zum Besuch des FW-Festes im Nachbarort.

Der Aufwand dafür ist immens, der Ertrag (in gewonnenen Mitgliedern) eher gering. Aber dennoch nötig.

Kurz noch zur JF - immer bedenken, dass die übernommenen Kameradinnen und Kameraden so jung sind, dass sie nicht zwangsläufig im Dorf/in der Stadt bleiben. Sondern zur Ausbildung, zur Uni, für den Job wegziehen.
Aber genauso kommen vielleicht auch andere dann dazu - die als gut ausgebildete Kameradinnnen und Kameraden herziehen.

TL;DR: Mitgliederwerbung funktioniert IMO nicht mit gernellen Kampagnen oder einzelnen Aktionen ("Löscheimer") sondern auf Dauer nur durch gutes Auftreten und positives Image in Verbindung mit gezielter Ansprache.

Aber ihr könnt dem gerne widersprechen. Dann gratulier ich Euch und verwese auf "unsere besondere örtliche Situation" :-)

So long,
Bjorn

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