| Rubrik | Kommunikationstechnik |
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| Thema | Nach Super-GAU der Notfallkommunikation: Ein Netzausfall wie im Juli 2021 könnte sich auch ein Jahr später wiederholen | 46 Beiträge |
| Autor | Oliv8er 8S., Neidenbach / Rheinland-Pfalz | 877659 |
| Datum | 18.07.2022 12:29 MSG-Nr: [ 877659 ] | 1072 x gelesen |
Geschrieben von Dirk B.Richtig ist, dass die "alte" Anaolgtechnik im Sinne von 40 Jahren alten Geräten nur dann als Rückfall taugt wenn sie in so großer Menge vorhanden ist, dass sie sofort durch Tausch wieder instandgesetzt werden kann, inkl. genügend Personal die das zeitnah macht. Dies muss aber trotzdem dazu führen das 5% des Bestandes p.a. erneuert werden. Die Kosten dafür sind im Vergleich lächerlich gering.
Die analoge Rückfallebene ist auch nur ein teilweiser Ersatz des Tetra Funk, sprechen und Status sind die primären Nutzungen. Sinnlos ist aus meiner Sicht deshalb auch eine permanente Doppelausstattung der Fahrzeuge, bleiben kann ggf. eine Antennenvorüstung und 12V Buchse. Bei Bedarf wird nur ein Tragekoffer eingestellt.
Im Eifelkreis war man in der Flutnacht heilfroh, dass der Analogfunk in praktisch allen Fahrzeugen als Rückfallebene noch vorhanden war, das hat uns gewissermaßen den Arsch gerettet. Zeitweise wurde praktisch der gesamte Funkverkehr darüber abgewickelt. In vielen Feuerwehrhäusern stieg man in den Keller oder auf den Speicher, um die eingelagerten Handsprechgeräte wieder hervorzuholen. Es wurden praktisch nur alte Geräte verwendet, entsprechend waren natürlich einige Akkus und Geräte defekt, aber dennoch in der Fläche verfügbar.
In den Führungsetagen ist man sich weitgehend einig, dass der Analogfunk weiter so lange erhalten werden soll, wie es wirtschaftlich irgendwie sinnvoll möglich ist. Derzeit wird das 4m Netz noch zur Erstalarmierung von analogen Meldern und Funksirenen verwendet, weshalb das Netz auch noch recht gut gepflegt ist. Wenn ich mich recht erinnere, sind in den letzten zwei Jahren sechs Feuerwehreinheiten vom Kreis mit neuen Notstromaggregaten zur Versorgung der analogen Funkinfrastruktur ausgerüstet worden, darunter auch meine eigene Einheit. Aufgrund der deutlich niedrigeren Anzahl von Sendestationen gegenüber dem Digitalfunk ist eine fast unbegrenzte Notstromversorgung hier deutlich einfacher.
Das neue digitale Alarmierungsnetz in RLP, das derzeit aufgebaut wird, setzt bei Stromausfall auf Akkus in der Größe einer Motorradbatterie. Es wäre auch Platz für einen LKW Bleiakku, warum dieser bescheidene Mehrpreis, der die Verfügbarkeitsdauer von 12 h auf geschätzt über 100 Stunden verlängern könnte, nicht invstiert wird, erschließt sich mir nicht. Nach aktuellem Stand wird es im Kreis für die digitale Alarmierung 42 DAUs geben (also die ultimative Antwort auf alle Fragen des Digitalfunks und des Universums), die sind nicht mehr so einfach mit Notstrom zu versorgen, mit Ausnahme der etwa 8 Stationen, die bei den FEZen angesiedelt sind. Für die übrigen Stationen haben die Feuerwehren nicht einmal Schlüssel, um vorhandene Moppel an den Start bringen zu können. Ich denke, das wird uns noch bei einem Blackout auf die Füße fallen.
Gerade nach den Erfahrungen aus der Flutnacht werden alle den Analogfunk mit Hauen und Stechen verteidigen, wenn jemand auf die Idee kommt, diesen endgültig abzuschalten oder die Frequenzen anderweitig zu vergeben.
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