Direct Mode Operation, Betriebsmodus im Digitalfunk, in dem man sich direkt mit anderen Geräten verbindet ohne über das Netz zu gehen
Hallo,
Geschrieben von Oliver S.Im Eifelkreis war man in der Flutnacht heilfroh, dass der Analogfunk in praktisch allen Fahrzeugen als Rückfallebene noch vorhanden war, das hat uns gewissermaßen den Arsch gerettet. Zeitweise wurde praktisch der gesamte Funkverkehr darüber abgewickelt. In vielen Feuerwehrhäusern stieg man in den Keller oder auf den Speicher, um die eingelagerten Handsprechgeräte wieder hervorzuholen. Es wurden praktisch nur alte Geräte verwendet, entsprechend waren natürlich einige Akkus und Geräte defekt, aber dennoch in der Fläche verfügbar.
Was haben da alte Handfunkgeräte, ich gehe mal von 2m in Wechselsprechbetrieb aus, da geholfen? Das kann jedes Tetra-Gerät im DMO genausogut oder schlecht. Im Ahrtal konnte ich jedenfalls feststellen, dass bei weitem nicht mehr alle 4m-Geräte an Bord hatten. Wenn doch, waren das meist uralte Geräte, wir hatten sogar einen Ausfall eines solchen in einem ELW. Mag sein, dass man zeitweise froh war, dass das 4m-Analognetz noch da war, eine Zukunftslösung ist das jedoch nicht. Hier muss man die wenigen Schwachstellen, die man im Tetra-Netz jetzt festgestellt hat, konsequent abstellen. Das bringt mehr, als auf Alttechnik zu setzen, die man in Kürze aus technischen Gründen nicht mehr unterhalten kann.
Geschrieben von Oliver S.In den Führungsetagen ist man sich weitgehend einig, dass der Analogfunk weiter so lange erhalten werden soll, wie es wirtschaftlich irgendwie sinnvoll möglich ist.
Von welchen Führungsetagen sprichst du? Von denen des Eifelkreises? Oder von denen in RLP? Ich kenne genügend in den Führungsetagen, die da anderer Meinung sind, tote Pferde sollte man eben nicht mehr reiten. Im Süden von RLP wird der Analogfunk teils gar nicht mehr, teils nur noch für den Sirenenalarm verwendet. Dementsprechend investiert man auch wenig bis nichts in die Relaisstellen. Teils auch daher, dass es kaum noch Firmen gibt, die diese Technik wirklich kennen und dauerhaft instandhalten können. Die Notstromversorgung der Tetra-Basisstationen war übrigens bei der Flutkatastrophe zumindest im Ahrtal nur ein kleines Problem, die Notstromversorgung stand recht früh, so weit ich weiß, bevor eine BS komplett down war. Das Problem lag dort fast ausschließlich in der Anbindung ans Netz, da diese nicht in echter Redundanz ausgeführt war. Dort muss man ansetzen.
Geschrieben von Oliver S.Das neue digitale Alarmierungsnetz in RLP, das derzeit aufgebaut wird, setzt bei Stromausfall auf Akkus in der Größe einer Motorradbatterie. Es wäre auch Platz für einen LKW Bleiakku, warum dieser bescheidene Mehrpreis, der die Verfügbarkeitsdauer von 12 h auf geschätzt über 100 Stunden verlängern könnte, nicht invstiert wird, erschließt sich mir nicht.
Mir schon. Man braucht es schlicht nicht. Zumindest bei uns, andernorts sicher auch, werden bei Stromausfall die Gerätehäuser besetzt, um der Bevölkerung einen Anlaufpunkt für Notfälle zu geben. Damit kann die Leitstelle die Feuerwehren auch direkt per Funk rufen und zum Einsatz beordern, ein Funkgerät ist dann sowieso eingeschaltet. Dazu brauche ich keine 100 Stunden Gangreserve.
Geschrieben von Oliver S.Gerade nach den Erfahrungen aus der Flutnacht werden alle den Analogfunk mit Hauen und Stechen verteidigen, wenn jemand auf die Idee kommt, diesen endgültig abzuschalten oder die Frequenzen anderweitig zu vergeben.
Da kenne ich aber doch recht viele, die du von deinen "alle" abziehen musst. Ich gehöre auch dazu.
Gruß,
Michael
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