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In hessischen Gemeinden haben viele Freiwillige Feuerwehren erhebliche Probleme, die vorgeschriebenen Hilfsfristen bei Einsätzen immer einzuhalten. In vielen Fällen gelingt es ihnen nicht. Das geht aus dem Kommunalbericht für das Jahr 2022 hervor, den Landesrechnungshof-Präsident Walter Wallmann am Freitag in Wiesbaden vorgestellt hat.
Innerhalb von zehn Minuten sollen Feuerwehren am Einsatzort sein. Bei einer Überprüfung in kleinen Gemeinden des Bundeslandes stellte sich laut Wallmann heraus: Nur wenige der 18 geprüften Feuerwehren können die Frist in mindestens 85 Prozent der Fälle wahren.
"Insgesamt war aber bei der Mehrzahl der Feuerwehren die Alarmbereitschaft nicht zu allen Zeiten gegeben", heißt es im Kommunalbericht. Ursache sei vor allem der Mangel an Nachwuchs für die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. ...
dazu:
Brandschutz sicherstellen Ehrenamt stärken
Der Brandschutz stellt eine kommunale Pflichtaufgabe der Gemeinden dar. Es gab in
2020 in den 422 hessischen Städten und Gemeinden knapp 2.500 freiwillige Orts- und
Stadtteilfeuerwehren mit rund 69.000 aktiven ehrenamtlichen Feuerwehrkräften. Die
ehrenamtlichen Feuerwehrkräfte sind unverzichtbar für den Brandschutz in den
Kommunen.
Bei der Prüfung der kleinen Gemeinden wurde erhoben, ob deren Feuerwehren die
gesetzliche Hilfsfrist von zehn Minuten gewährleisten konnten. Der Vergleich zeigte
beispielsweise, dass die Feuerwehren Amöneburg, Helsa und Ranstadt in allen Jahren
des Berichtszeitraums die Hilfsfrist zu mindestens 85 Prozent einhielten. Insgesamt war
aber bei der Mehrzahl der Feuerwehren die Alarmbereitschaft nicht zu allen Zeiten
gegeben.
Die Gewährleistung der Hilfsfrist ist vor allem von der Zahl der aktiven Einsatzkräfte
abhängig. Durch die demografische Entwicklung ist auch hier künftig mit weniger
Einsatzkräften zu rechnen. Die Kommunen stehen vor der Herausforderung, durch
geeignete Maßnahmen, wie den Ausbau und die Förderung der Jugendfeuerwehr, die
Einsatzbereitschaft auch zukünftig sicherzustellen.
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Die Untersuchungen der Überörtlichen Prüfung zeigten jedoch, dass insgesamt die
Übernahmequoten aus den Jugendfeuerwehren zu gering sind. Nur fünf der achtzehn
geprüften Kommunen werden voraussichtlich bis zum Jahr 2025 in der Lage sein, die aus
Altersgründen ausscheidenden Einsatzkräfte durch Nachwuchs aus der
Jugendfeuerwehr zu ersetzen. Bei den anderen 13 Kommunen kommt es voraussichtlich
zu einer Abnahme der Einsatzkräfte. Berkatal stellt hier mit einer prognostizierten
Abnahme um 21 Prozent den höchsten Rückgang des Vergleichs, während Amöneburg
seine Einsatzkräfte um über 10 Prozent steigern könnte. Auch hierfür könnte
Interkommunale Zusammenarbeit eine Lösung sein.
Wallmann hebt hervor: Die Gefahrenabwehr durch die Freiwillige Feuerwehr erfordert
hohes ehrenamtliches Engagement aus der Bevölkerung. Wir alle können dankbar sein,
dass sich so viele Menschen für die Sicherheit ihrer Mitmenschen einsetzen. Leider
bleiben auch unsere Feuerwehren nicht vom allgemeinen Trend des demografischen
Wandels verschont. Die Kommunen müssen alles in ihrer Macht Stehende tun, um das
Ehrenamt für die Bürgerinnen und Bürger attraktiv zu halten. Dies kann durch Anreize
wie kostenlosen Eintritt in kommunale Einrichtungen oder die Förderung des LKWFührerscheins erfolgen. Es muss gelingen, auch weiterhin eine Vielzahl von hoch
motivierten Einsatzkräften bereitzuhalten. Nur so kann eine flächendeckende
Gefahrenabwehr sichergestellt werden. Diese für die Gesellschaft essenzielle Aufgabe
auf ehrenamtlicher Basis verdient Respekt und gesellschaftliche Anerkennung. Ohne das
Ehrenamt werden die aktuellen und auch künftigen Krisen nicht zu bewältigen sein.
Quelle: Pressemitteilung Kommunalbericht 2022
Kommunalbericht 2022
MkG Jürgen Mayer, Weinstadt
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