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RubrikBerufsfeuerwehr zurück
ThemaBesoldung A769 Beiträge
AutorChri8sti8an 8T., Delmenhorst / Niedersachsen369124
Datum05.11.2006 15:35      MSG-Nr: [ 369124 ]42871 x gelesen

Hallo,

ich möchte hier mal auf eine Stelle Bezug nehmen.....Geschrieben von Eberhard Conradund keine Stunde später muß man sich rechtfertigen, daß man die geistigen und körperlichen Anforderungen für den Job als "Feuerwehrmann" erfüllt hat, den Einstellungstest usw. bestanden hat und das nötige "Glück" hatte, genommen zu werden.


Wie sieht denn - nun mal völlig losgelöst von der Gehaltsdiskussion - das Prozedere aus, bevor man es zum/zur Berufsfeuerwehrler/-in geschafft hat.

Eine BF schreibt 10 Stellen aus, darauf bewerben sich so ca. 350 bis 400 Bewerber. Diese Zahlen habe ich mir nicht aus den Fingern gesogen, sondern sie stellen einen guten Mittelwert dar, den ich in vielen Gesprächen mit anderen BFs bestätigt bekomme.

Von diesen 350 Bewerbern werden knapp 100, nachdem sie die Vorauswahl anhand einer Überprüfung der Bewerbungsunterlagen auf Übereinstimmung mit den geforderten Parametern der Stellenbeschreibung erfolgreich überstanden haben, zu einem Einstellungstest eingeladen.

Bei den meisten BFs ist dieser aus einem theoretischen und einem praktischen (meist sportlichem) Teil zusammengesetzt.

Von den eingeladenen 100 erscheinen dann tatsächlich noch 70 zum Termin - warum die anderen 30 geladenen Bewerber nicht erscheinen wird mir immer ein Rätsel bleiben....

Von den 70 Anwesenden schaffen 35 den sportlichen Test, in dem i.d.R. einige Ausschlußkiterien enthalten sind (wer bestimmte Punkte nicht schafft, darf gehen).

Von den 35 verbleibenden Bewerbern haben vielleicht noch 30 die Anforderungen des schriftlichen Test erfüllt, die 15 Testbesten werden dann zur Tauglichkeitsuntersuchung geschickt.

Wenn man dann noch viel Glück hat, dann bleiben am Ende dieses Verfahrens noch gerade mal 10 Personen übrig, die das "Glück" haben, eingestellt zu werden.

Und was dann im Rahmen der allgemeinen Grundausbildung kommt, kennt eigentlich jeder, der sich mit der Materie Feuerwehr ein wenig beschäftigt hat...(RS-Ausbildung, AGT, MA, und und und)
Nach 18 Monaten kommt dann die Prüfung, wenn man nach 2004 nach neuer APVO-Feu angefangen hat, wer es davor zu einer hauptberuflichen Feuerwehr geschafft hatte, durfte nach einiger Zeit nochmal zur Schule und einen GF-Lehrgang (B III) machen, um dann mal befördert werden zu können.

In der Zwischenzeit der Dienstjahre hat man sich noch weiterqualifiziert, zum RA, zum LRA, zum zum zum...


Der geneigte Leser möge an dieser Stelle einen kleinen Vergleich mit dem Beruf des Handwerkers machen, als Beispiel sei hier mal ein Dachdecker genannt. Ich werde diesen Vergleich hier nicht dediziert schriftlich machen, das kann jeder für sich selbst tun.


Falls mir hier an dieser Stelle noch eine Bemerkung erlaubt sei zum Beamtenstatus der BFler/-innen:

Das Berufsverhältnis ist ein beamtliches, soweit richtig; aber was ist denn überhaupt der Ursprung der Verbeamtung in grauer Vorzeit gewesen?
Die Staatsdiener sollten finanziell unabhängig sein, damit sie nicht dem Versuch der Bestechung erliegen, sondern in ihren Entscheidungen in Verwaltungsdingen "frei" von Zwängen waren (sozial, finanziell, ...).
Dafür stehen sie ihrem Dienstherren während ihrer Dienstzeit treu zur Seite, dies wird durch das Ablegen eines Diensteids zum Ausdruck gebracht.

Der Dienstherr sorgt aber auch im Falle einer Dienstunfähigkeit (krankheitsbedingt oder sonstiger Ursache) für eine Absicherung seiner "Dienerschaft" (=Beamten), nach Beendigung der Lebensarbeitszeit auch bis zum Eintritt des Todes.



Man könnte an dieser Stelle jetzt durchaus eine Diskussion über die Sinnhaftigkeit des klassischen Beamtenverhältnisses und BF beginnen, das war und ist nicht der Gedanke meines Postings.

Ich wollte lediglich einmal darstellen, was an Hintergründen vorhanden ist, um ersteinmal bei einer BF anfangen zu können und warum wir Beamte sind.


Ich kann die Diskussion über die Beamtengehälter nicht mehr hören. Vor allem nicht, wenn dann im Zusammenhang auch noch über "die ganze Nacht schlafen", Ihr wartet doch eh den ganzen Tag daß was passiert, spielt Karten" usw argumentiert wird.

Was mich in dem Zusammenhang desweiteren ärgert, ist die Tatsache, daß jeder andere Arbeitnehmer in der freien Wirtschaft für seine Gehälter kämpfen darf, sich gegen Lohnkürzungen und Streichungen von Sonderzahlungen zur Wehr setzen darf, aber wenn die "überbezahlten" BFler sich gegen eigene Gehaltskürzungen zur Wehr setzen ein Aufschrei der Entrüstung durch die Lande zieht......


Klar, mein Beruf ist sicher, aber auch nur solange, wie meine Gesundheit mitspielt. Viele ältere Kollegen haben aus Rettungsdienstzeiten, als es noch keine Fahrtragen gab, massive Probleme mit der Wirbelsäule, werden dadurch dienstunfähig und sind mit 50 in Pension gegangen, weil es keine Verwendungsmöglchkeit mehr gibt;
Schlafstörungen, Eßstörungen und damit verbundene Krankheiten sind auch bei BFlern keine Seltenheit, eben durch die vorkommenden Nachteinsätze und teilweise ungeregelte Pausenzeiten, wenn der Einsatz tagsüber stattfindet, gerade zur Frühstücks- oder Mittagszeit (soll ja gelegentlich mal vorkommen).

Wenn man wirklich ernsthaft über das Thema diskutieren möchte, sollte man sich umfassend informieren, Studien und Untersuchungen zur Belastung bei Berufsfeuerwehren gibt es zu hauf.


Ich hoffe, ich habe nun nicht allen das Wochenende verdorben oder bin vielen auf den Schlips getreten.

Ich kenne sowohl das "normale" Berufsleben (gelernter NFZ-Mechaniker) als auch jetzt das Leben als BFler, falls jemand meinen Bezug zur normalen Welt in Frage stellen möchte....



In diesem Sinne

CT


Alles geschriebene stellt lediglich meine private Meinung dar.

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