News Newsletter Einsätze Feuerwehr-Markt Fahrzeug-Markt Fahrzeuge Industrie-News BOS-Firmen TV-Tipps Job-Börse

banner

RubrikJugendfeuerwehr zurück
ThemaAlkoholisierter Fahrer55 Beiträge
AutorJako8b T8., Bischheim / Rheinland - Pfalz430150
Datum29.09.2007 00:29      MSG-Nr: [ 430150 ]17506 x gelesen

Hallo!

Geschrieben von Christian FleschhutWie läuft das denn z.B. bei euch in der Jugendwehr?

Die Jüngeren werden gebracht und abgeholt.

Darum geht es mir aber im Prinzip nicht. Wenn jemand um 8:45 schon mit 1,1 Promille unterwegs ist stimmt etwas nicht. Wenn der gute Mann um sechs Uhr aufgestanden ist müsste er theoretisch schon am morgen sechs (!!) Pils getrunken haben.

Nehmen wir an es war Restalkohol und das Trinkende war um 00:00 Uhr, so hätte der gute Mann sich mit fast zwei (!!) Promille im Blut ins Bett gelegt. Ne ganze Menge Zeug für jemanden der angeblich noch nie negativ aufgefallen ist.

Und jetzt erzähl mir bitte keiner dass es niemand merkt wenn ein Kollege soviel Alkohol verträgt. Von einem oder zwei Bier in der Woche kommt eine solche Alkoholgewöhnung nicht.
Deshalb habe ich auch ein paar Zweifel an der Geschichte.

Wie hätte man verfahren wenn der Kollege nicht erwischt worden wäre? Er war ja auf der Fahrt zu einem Wettbewerb. Wie wäre es da weitergegangen? Dort wäre er doch nicht der einigste Erwachsene gewesen. Das musste er doch auch wissen. Er hat wohl aus alkoholbedingter Selbstüberschätzung gehandelt und dabei sich und andere in Gefahr gebracht.

Ich sehe in dem gefeuerten Kollegen einfach einen Menschen der ein Problem mit seinem Alkoholkonsum hat, diese Problem aber von seinen Kameraden und Mitmenschen entweder völlig ignoriert oder einfach so hingenommen wurde. Jetzt wo das Kind in den Brunnen gefallen ist zieht man Konsequenzen die man in abgemilderter Form schon sehr viel früher hätte ziehen müssen. Leider wird ein gewisses Maß an "Betrunkenheit" in Gesellschaft nicht nur geduldet sondern auch gefördert. Aber das ist ein anderes Thema.

Hier mal ein Link der die rechtlichen Konsequenzen einer Trunkenheitsfahrt näher erläutert.

Der Kollege hatte eigentlich noch Glück das ihn die Polizei stoppte bevor noch schlimmeres passieren konnte.

Auf jedem Fall hat er an den Strafrechtlichen Konsequenzen schon etwas zu knabbern. Beruflich dürfte es, wenn er auf die Fahrerlaubnis angewiesen ist, auch nicht ganz so toll aussehen und Gesellschaftlich nach dem Rauswurf.... aber mit diesen Konsequenzen muss er nun leben.

Man kann zu dem Rauswurf stehe wie man will, aber das ganze auch noch in die breite Öffentlichkeit...also ich meine zumindest das hätte man dem Kollegen ersparen können.

Geschrieben von Christian FischerEs sollten nur die ganz normalen Verfahrenabsläufe eingehalten werden (d.h. Unschuldsvermutung gilt bis zum Abschluss des strafrechtlichen Verfahrens, Disziplinäres Verfahren wird eingeleitet und ruht mit paralleler Beurlaubung bis Abschluss des strafrechtlichen Verfahrens, Entscheidung über disziplinäre Maßnahmen nach Abschluss des strafrechtlichen Verfahrens, Wertung der Gesamtumstände im Rahmen des disziplinären Verfahrens,...).

Dem ist nichts hinzuzufügen!

Geschrieben von Christian FischerUnd ich möchte in solchen Fällen eigentlich auch nicht darauf warten, ob er beim System "2. Chance" in 10 Jahren vielleicht wieder erwischt wird (s.o. fehlender Kontrolldruck) oder vielleicht nicht erwischt wird aber dieses Mal dann ein Auto unter Alkoholeinfluss um den Baum wickelt.

Die Rückfallquote ist in der Tat relativ hoch. Fast die Hälfte aller wegen Trunkenheit im Straßenverkehr vorbestraften Autofahrer wird im Verlaufe der folgenden zehn Jahre auch ein zweites Mal als Trunkenheitsfahrer entdeckt und bestraft.
Die wahre Rückfallquote, jene also, die wieder auffallen plus die, welche ganz einfach nie wieder erwischt werden, dürfte dagegen weit näher an den hundert Prozent liegen, als an den fünfzig.

Wie hoch ist aber die Rückfallquote bei anderen Straftätern? Sollten wir nicht zuerst einmal in dem betroffenen Menschen eine der Personen vermuten die zu den Personen gehört die aus Schaden klug geworden sind und eine solche Blödheit nie wieder begehen?

Alkoholismus ist eine Krankheit und mit den betroffene Menschen sollte demnach auch entsprechen umgegangen werden. Gerade hier besteht ein enormer Aufklärungsbedarf.

Was mich bei dem Thema Alkohol und Straßenverkehr aber am meisten ärgert ist, es besteht scheinbar seitens der Kontrollorgane (Polizei) nur sehr geringes Interesse an massiven Kontrollen. Das hat auch sicher mit mangelndem Personal zu tun.

Wer überhaupt betrunken fährt, fährt nämlich nicht nur oft betrun­ken, er fährt in der Regel auch stark betrunken, trinkt also viel und verträgt auch viel. Wer viel verträgt, trinkt offensichtlich oft und dann jeweils viel, weil ihm anders die Kondition dafür fehlte. "Ohne Fleiß kein Preis!" das weiß nicht nur der Sportlehrer, wenn er vom Langlauf spricht, sondern auch der Stammtischbruder, der einen nach drei Bierchen bereits bleichen Buben mild belächelt.

Anders als der mäßige Trinker, der sich ab und an ein Räuscherl (ich hasse diese Form der Verniedlichung) gönnt, steht der routinierte Schluckspecht nicht zweimal im Jahr vor der Frage, ob er noch fahren soll, sondern viermal die Woche (oder öfter). Das Taxi kommt unter diesen Umständen viel zu teuer, der Fußmarsch wäre schon nüchtern zu lang und eine Mitfahrgelegenheit ist sowieso graue Theorie. Finde mal nachts um eins beim Hammelwirt von Kleinkleckersdorf einen ?nüchternen? Autofahrer, der Dich nach Großkleckersdorf mitnimmt!

Demgegenüber ist die Gefahr, erwischt zu werden, kalkulierbar gering. Na­türlich gibt es Alkoholkontrollen, natürlich ist das Unfallrisiko unter Alkoholeinfluss drastisch erhöht. Trotzdem führt die feuchte Fahrt fast immer ohne Zwischenfälle ans Ziel. Eine wie gesagt: vorsichtig geschätzte, in Wirklichkeit sehr wahrscheinlich noch höhere Dunkelziffer von 1:1000 bedeutet für den einzelnen Promillefahrer, dass die Wahrschein­lichkeit, bei seiner jeweils nächsten Trunkenheitsfahrt ungeschoren da­vonzukommen, 99,9 % beträgt!! Leider!!

So sieht die Sache aus. Aber hinterher hat wieder keiner was gewusst und man hätte es nie gedacht......

Gruß vom Berg

Jakob


Alles meine ganz private Meinung und keinesfalls die Meinung meiner Feuerwehr oder Gemeinde oder sonst wem!

Alle meine Beiträge sind ausschließlich zur Verwendung auf www.feuerwehr-forum.de bestimmt. Die Verwendung ganzer Beiträge, Textpassagen, Zitaten, Bildern usw. von mir aus diesen Forum in anderen Foren oder Medien nur mit meiner vorherigen Genehmigung!
Wenn Dir, verehrte Leser, etwas allzu fragwürdig oder "extrem" erscheint, gehen Sie bitte davon aus, dass es ironisch gemeint ist.
Ich bin grundsätzlich ein Freund des feinsinnigen Humors und beißender Satire, also nehmt nicht alles was ich verlauten lasse so bitter ernst und legt nicht immer jedes Wort von mir auf die Goldwaage!


Beitrag inhaltlich zustimmen / ablehnen

<< [Master]antworten 
flache AnsichtBeitrag merkenalle Beiträge als gelesen markieren
Beitrag weiterempfehlen

 ..

1.132


Alkoholisierter Fahrer - Feuerwehr-Forum / © 1996-2017, www.FEUERWEHR.de - Dipl.-Ing. (FH) Jürgen Mayer, Weinstadt