Geschrieben von Marc MaierEigentlich logisch, dass gerade in hohen Gebäuden (Gegen-)Wind ein ziemliches Problem sein kann. Stellt sich die Frage, in wieweit das hierzulande schon in Einsatzkonzepte eingeflossen ist bzw. wie es mit dem Bewußtsein hierfür aussieht.
Mir selbst ist das erst in dem Ausmaß klar geworden, als ich hier einen Einsatz in einem hohen Gebäude (noch nicht mal Hochhaus) hatte, bei dem sowas eintrat.
Relativ starker Wind auf eine Gebäudeseite (die mit Fenstern zum Brandraum).
Zimmerbrand in einem der oberen Geschosse, Tür meiner Erinnerung nach offen geblieben, als die Scheibe platzte stand schlagartig der Winddruck im Feuer, das Feuer meterlang (!) im Flur und über die vom vorgehenden Trupp geöffnete Flurtür der Rauch im Treppenhaus.
Verletzte: Keine, weil die Kollegen gut reagiert haben (auf den Boden!).
Brandbekämpfung: Feuer ging letztlich mangels Masse aus.
Denkbare Gegenmaßnahmen:
Zwangsbelüftung im Treppenraum/Flur VOR Öffnen des Brandraumes (Ich bezweifle, dass das bei relevanten Windstärken wirklich was bringt, wenn eine Wohnzimmerscheibe platzt und da relevanter Wind drauf steht)
Angriff mit dem Wind (vom Fenster) (allerdings ist das gern nette Theorie, weil nicht alle diese Räume ohne weiteres (auch nicht über Hubrettungsgeräte) von außen zugänglich sind - und von "schnell" dann oft nicht mehr die Rede sein kann, weil Zufahrten fehlen, zugeparkt sind, man von außen nicht sofort erkennt, welches die betroffene Wohnung ist (wenn die Scheibe noch ganz ist)
Fenster verschließen (wie und in welcher Zeit? Kenne kein System, dass das mal eben für diverse Scheibengrößen und evtl. inkl. Balkontür kann)
Ausbrennen lassen (ist i.d.R. die tatsächliche Folge...) - d.h. Kühlung der benachbarten/gegenüberliegenden Räume (die Hitze ist allerdings erheblich, im o.a. Fall war durch die Hitze im Flur der Putz von der Wand gefallen, obwohl dort selbst absolut nichts brennbares war...)
Ergo:
Sauber erkunden, Wind beachten, sorgfältig, schnell und zielgerichtet vorgehen (das betrifft die Trupps), gerade in hohen Gebäuden immer mit geplatzten Scheiben rechnen. Immer einen Fluchtweg behalten.
Geht alles nur mit gut ausgebildetem und trainiertem Personal.
And now back to reality....
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mit privaten und kommunikativen Grüßen
Cimolino
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