hallo,
nachträglich hier noch eine Hintergrundinformation wie die Sache juristisch weitergegangen ist:
Einsturz eines Hochregallagers der Firma IGEPA Papiergroßhandel GmbH am 16.01.2008 in Queis; Einstellung des Ermittlungsverfahrens
Am 16.01.2008 gegen 15.00 Uhr ist in der Lagerhalle I der Firma IGEPA, Igepa-Ring 1, 06188 Queis ein Hochregallager eingestürzt.
Durch diesen Unfall wurden zwei Personen getötet, eine Person wurde verletzt.
Diesem Regaltotaleinsturz ging ein Betriebsunfall, verursacht am 15.01.2008 gegen 16.00 Uhr, voraus.
In der Regalreihe 9 war ein rückwärtsfahrender Hochregalstapler gegen ein Kommissioniergerät gestoßen, wobei letzteres gegen einen Träger des Hochregals gedrückt wurde. Folge des Unfalls, der auf menschliches Versagen zurückzuführen ist, war ein Regalteileinsturz.
Personen wurden dabei nicht verletzt.
Die Firma IGEPA veranlasste unverzüglich die erforderlichen Maßnahmen, wie Information an das Landesamt für Verbraucherschutz, Dezernat 57, Gewerbeaufsicht Süd; Absperrung des Unfallbereiches; Information an die Freiwillige Feuerwehr Queis.
Am 16.01.2008 gegen 08.30 Uhr erfolgte in dem abgesperrten Unfallbereich der Lagerhalle I eine erste Schadensbesichtigung. Dabei ist, um den Überblick auch von oben zu erlangen, ein Hochregalstapler, ausgerüstet mit einem Beobachtungskorb, genutzt worden.
Zur Schadensbegutachtung und gegebenenfalls späteren Schadensbeseitigung wurde das Technische Hilfswerk, Ortsverband Halle, hinzugezogen.
Zwei Mitarbeiter des THW führten gegen 15.00 Uhr eine eigene Schadensbegutachtung unter Nutzung des mit einem Beobachtungskorb ausgerüsteten Hochregalstaplers, gefahren durch einen Mitarbeiter der IGEPA, durch. Dabei kam es zum plötzlichen kollapsartigen Zusammenbruch des gesamten Hochregals.
Die Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung sind abgeschlossen.
Sie haben keine Anhaltspunkte für die Annahme, Mitarbeiter der Firma IGEPA, Mitarbeiter des Regalherstellers ESMENA bzw. Mitarbeiter der Vertriebsfirma Jungheinrich hätten die ihnen obliegenden Sorgfaltspflichten verletzt und damit kausal die Ursachen für das Geschehen vom 16.01.2008 gesetzt, erbracht.
Dem Untersuchungsbericht des Landesamtes für Verbraucherschutz, Dezernat 57, Gewerbeaufsicht Süd sowie dem statischen Gutachten des Prüfingenieurs für Baustatik Dr. Hilpert ist zu entnehmen:
· das Hochregal wurde 1993 errichtet, wobei die Errichtung 1993 nicht genehmigungspflichtig war,
· das Hochregal hat 15 Jahre die Anforderungen erfüllt,
· die zulässige Belastung des Regalsystems wurde durch die Firma IGEPA zum
· Zeitpunkt des Zusammensturzes nicht überschritten,
· Auslöser des Gesamteinsturzes am 16.01.2008 war der Gabelstaplerunfall vom 15.01.2008,
· ein unmittelbarer Auslöser für den Zusammenbruch am 16.01.2008 (wie: Erschütterungen, Anstoß oder ähnliches) war nicht zu ermitteln.
Bei Gesamtschau der Ermittlungen unter Beachtung der vorliegenden Gutachten ist festzustellen, dass der Unfall vom 16.01.2008 nicht vorhersehbar und mithin auch nicht vermeidbar war.
Das Verfahren wurde am 14.01.2010 eingestellt.
Wiechmann
Pressesprecher
Quelle: Staatsanwaltschaft Halle
MkG Jürgen Mayer
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