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| Rubrik | Kommunikationstechnik | zurück | ||
| Thema | Umstellung analog auf digital - war: Digitalfunk und Jahrhunderthochwasser - Erfahrungen?
| 33 Beiträge | ||
| Autor | Jürg8en 8M., Weinstadt / Baden-Württemberg | 766924 | ||
| Datum | 09.07.2013 11:50 MSG-Nr: [ 766924 ] | 7130 x gelesen | ||
hallo, Geschrieben von Christian S. Alles schön und gut aber damit kommen wir wieder zu einer meiner Fragen die ich immer gestellt habe? Ich habe mit den kommunalen Mitteln möglichst günstig zu wirtschaften, warum sollte ich also in absehbarer Zeit umstellen wenn eh alles gleich ist nur mit anderen Geräten? Da ergibt sich für mich keinen sinn, das Qualitätsargument zieht übrigens nicht, auch analog gibt es Geräte mit sehr guter Sprachqualität. Deine Argumente sind gut. Aber leider hast du da weitere wichtigen Punkte nicht betrachtet: bei analog: Wegfall der Infrastruktur ( = Relaissystem ) (ich betrachte die Sache jetzt aus der Sicht eines BaWü-lers. In anderen Bundesländern kann das anders aussehen) Zumindest in BaWü werden die Relaissysteme für die Feuerwehren in den Landkreisen von Land finanziert und betrieben. Der Rechnungshof hat, soweit ich informiert bin, da auch schon ein Auge drauf geworfen. Er hat schon angemerkt das ein Parallelbetrieb ( digital / analog ) aus Sicht des Landes unwirtschaftlich sei. Das Land Baden-Württemberg wird sich, nachdem das digitale BOS-Funknetz flächendeckend ausgebaut ist von den Relaissystemen trennen. Damit wird der Landeshaushalt entlastet. Jetzt könnten die Kreise nun die Relaissysteme übernehmen. "Leider" hat Baden-Württemberg da in den letzten Jahren eine sehr gute Arbeit geleistet und einen aufwendigen Standard vorgelegt. In BaWü haben fast alle Landkreise ein Gleichwellensystem. Das ist deutlich besser als die singuläre Relaisstelle mit einem FuG 7b in RS1-Schaltung (etwas übertrieben formuliert ;-). Dafür sind die Systeme auch technisch aufwendiger. Es gibt Landkreise die haben neben dem Gleichwellensternkopf dann noch weitere Aussenrelais. Da ist von der Geographie abhängig. Auch wenn nun ein Landkreis "sein" System für den berühmten Euro vom Land übernimmt hat er immer noch keine Garantie damit zukunftssicher den Analogbetrieb in Eigenregie weiterzubetreiben. Das Problem liegt da in der Technik. Die Gleichwellensysteme die in Deutschland verbaut wurden sind inzwischen in die Jahre gekommen. Teilweise haben die schon mehr als 15 bzw. 20 Jahre auf dem Buckel. Und das teilweise an Standorten die klimatisch nicht gerade einfach sind. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit daß die Technik Probleme macht. Stichwort "Badewannenkurve". Reparaturen sind aufwendig bzw. teilweise gar nicht mehr möglich. Soweit ich informiert bin ist die Produktion aller bisher verbauten Systeme, auch von namhaften Herstellern, schon seit Jahren eingestellt. Teilweise gibt es die Hersteller schon seit vielen Jahren nicht mehr. Da muss man dann anfangen die Hardware zu horten und eine Lagerhaltung mit ausgemusterten Gleichwellenschränken zu betreiben. Das ist meiner Ansicht nach auf Kreisebene nicht machbar. Es sei den er "kauft" den Bestand mehrere Landkreise auf. Und da muss dann auch noch die Hardware passen. Ich könnte mir da auch vorstellen daß die Wartungs- und Betriebskosten einer Gleichwellenanlage in einem Landkreis über 5 oder 10 Jahre zusammengerechnet ausreichen würde einen Grossteil der Fahrzeugfunkanlagen in den Feuerwehren dieses Landkreises von analog auf digital umzurüsten. Dann sollte da noch der Aspekt der Zusammenarbeit über die Kreisgrenze hinaus betrachtet werden. Auch wenn du mit deinen Argumenten im Grunde recht hast. Für Feuerwehrs bringt der Digitalfunk, solange man sich auf die Anforderungen die man jetzt beim Analogfunk hat besschränkt keinen wesentlichen Fortschritt. Aber wenn man über den Tellerrand rausblickt und vor allem auch in die Zukunft schaut sieht das schon anders aus. Wobei es schon eine, meiner Ansicht nach, clevere Lösung gibt. Mit der kann zumindest in Teilbereichen die Umstellungsproblematik (Technik, Preis und Handling) zunächst umgehen: => Teilumstellung: 4m => Digitalfunk 2m => bleibt zunächst analog Diesen Weg beschreitet das Land Baden-Württemberg bei der Feuerwehr Der Einsatzstellenfunk bleibt zunächst im 2m-Bereich analog. Zuerst wird die Kommunikation zwischen den Fahrzeugen, Feuerwehrhäusern und der Leitstelle umgestellt. Ich finde diese Lösung sinnvoll. Sie hat einige Vorteile: - die Umstellung erfolgt zeitlich gestaffelt in zwei Schritte - man hat relative Sicherheit bei der Nutzung in sensiblen Bereich des Innenangriffs. ( Abwarten welche Erfahrungen andere machen ;-) - der Umstellungsdruck der Gebäudefunkanlagen ist noch nicht so stark - längere Nutzung der 2m-Geräte (betriebswirtschaftlich besser) - Nutzung der Erfahrungen Anderer bei späterer Umstellung Gerade im Bereich des Einsatzstellenfunks bringt zumindest bei Feuerwehrs der Digitalfunk (speziell im DMO) zumindest jetzt am Anfang keine solchen Vorteile das es Sinn macht die Umstellung jetzt schnell durchzuführen. ... MkG Jürgen Mayer Neu: Jürgens WebBlog auf www.FEUERWEHR.de | ||||
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