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| Rubrik | Fahrzeugtechnik | zurück | ||
| Thema | Neues TLF der Bismark Klasse in Wesel eingeweiht #
| 143 Beiträge | ||
| Autor | wern8er 8n., reischach / bayern | 804200 | ||
| Datum | 17.02.2015 10:05 MSG-Nr: [ 804200 ] | 65326 x gelesen | ||
Hallo Uli, wenn ich ca. 20 Jahre zurückschaue, dann war es damals noch möglich, relativ kompakte Fahrzeuge zu bauen, mit denen wir alle möglichen und unmöglichen Einsätze abgearbeitet haben. Vielleicht nicht immer ganz optimal, und auch nicht ganz das Spektrum wie heutzutage, aber immerhin. LF8 mit Allrad war auf 7,5 to und unter 7 m Länge und ca. 3,10 m Höhe, LF8/6 9,5 to, Abmessungen identisch, TLF 8/18 ebenfalls, RW1 mit Allrad 9 - 9,5 to, Abmessungen siehe oben. TLF 16/25 12 to, 7,50 m Länge und 3,10 m Höhe LF 16/12 14 to, 8,50 m Länge und 3,10 m Höhe RW 2 12 to, Abmessungen wie vor. TLF 24/50 14 to, Abmessungen wie TLF 16/25 Feuerwehrfahrzeuge waren einigermaßen kompakt, gewichtsmäßig deutlich leichter als heute und in weiten Bereichen nicht weniger leistungsfähig, zumindest für das, wofür sie gedacht waren. Somit hatte man auch nur an wenigen Stellen Probleme mit denselbigen. Und auch für etwas ungeübtere Fahrer waren sie aufgrund kurzer Radstände und unproblematischer Höhen einigermaßen beherrschbar. Über den taktischen Wert mancher Fahrzeuge kann man streiten (TLF 16/25, zumindest in Normbeladung). Dass es heute andere Vorschriften und Ansprüche hinsichtlich Abgasausstoß, passiver Sicherheit, Fahrerunterstützungssystemen etc. gibt, ist mir vollkommen klar. Dass ein Gerätesatz hydraulische Rettungsgeräte heute auch nicht mehr, wie vor 20 - 25 Jahren nur aus Aggregat, Schere und Spreizer besteht, sondern zur patientengerechten Rettung etwas mehr erforderlich ist, weiß ich auch. Ein TLF 24/50 hatte aber damals auch schon 5000 l Wasser und 500 l Schaummittel und wäre in der damaligen Beladung sicherlich heute auf einem aktuellen Fahrgestell mit 15 - 16 to darstellbar. Und diese Beladung war für den Einsatzzweck (nämlich Wasserkuh) vollkommen ausreichend, genauso wie die Pumpenleistung und die Mannschaftsstärke. Und es war trotz Zwillingsbereifung aufgrund seines relativ kurzen Radstandes und keiner tiefgezogenen Geräteräume (die bei der angesprochenen geringen Beladung auch nicht erforderlich waren) auch noch relativ "geländegängig". Kann es sein, dass manche bereits erkannt haben, dass die heute favorisierten Fahrzeuge zu groß und zu schwer sind. Oder wie kann es sein, dass mittlerweile in Bayern die Haspeln beim (H)LF 20 wegelassen werden dürfen, wenn die Schlauchbeladung im Geräteraum untergebracht wird? Der ein oder andere hat sicherlich schon feststellen müssen, dass das megageile und optisch durchgestylte HLF mit Maximalbeladung sowohl im ländlichen Bereich auf schlechten Kiesstraßen hinsichtlich der Geländegängigkeit/Fahrverhalten lustige Eigenschaften hat, als auch in Siedlungsstraßen aufgrund des weit ausschwenkenden Hecks ab und zu recht spannend ist. Vom Wendekreis ähnlich einem Dreiachser aufgrund der langen Radstände und der ausschwenkenden Haspeln rede ich da noch gar nicht. Ob man das aber ehrlich zugibt, steht auf einem anderen Blatt. Ein LF 10 hat heute einen Einsatzwert eines früheren LF 16, ein HLF 20 den eines früheren LF 24. Eine Tragkraftspritze liefert heute nicht mehr 800 l /min, sondern das doppelte. Muss es eigentlich immer grösser, höher, weiter werden? Oder könnte man machen technischen Fortschritt dahingehend nutzen, die Gerätschaften wieder einfacher, kleiner, leichter zu machen. Reichen heute bei einer TS 800 l Förderleistung nicht mehr? Ja, ne, klar, es müssen 1500 ltr sein, weil sonst brächte man ja vielleicht noch die Nachbarfeuerwehr. Auch wenn der Bach, der die Löschwasserversorgung sicherstellen soll, bereits bei 400l/min in die Knie geht oder der eine Hydrant, den man mit den mitgeführten Schläuchen erreichen kann, halt nur auf einer Leitung Querschnitt DN 80 hängt. Nur mal kurz so zum Überlegen, wie viele CM Strahlrohre kann mit mit einer Förderleistung von 800l/min bedienen und wie viele kann man an die mitgebrachten Verteiler anschließen bzw, wie viele kann man mit dem mitgebrachten Personal einsetzen. OK, ich habe natürlich den tragbaren Wasserwerfer mit erforderlichen 5000 l/min nicht berücksichtigt. Nur so nebenbei, eine Frage ans Fachpuplikum. Wieviele Enten können im ersten Obergeschoß bei 800 l/min Wassereinsatz nebeneinander über die Fensterbrüstung schwimmen, ohne sich zu berühren. Ja, ich meine die handelsübliche deutsche Stockente nach DIN. Nein, die Barbarientenbrust aus dem Tiefkühlfach zählt nicht als genormter Ersatzkörper. Und ja, auch bei uns wurde 2013 ein TLF 16/25 (12 to, Bj. 1983, mit nachgerüstetem Hilfeleistungssatz) durch ein HLF 20 mit aufgebautem Werfer, pneumatischem Lichtmast, 2400 l Wasser, Haspeln und tiefgezogenen Geräteräumen ersetzt. Daher kenne ich auch oben angesprochenen Probleme. Aber wir haben noch LF8 und RW1 und sind darüber nicht unglücklich. Gut, das war jetzt viel Polemik, aber es fasst die Entwicklung, die ich so beobachte, und die auch anscheinend immer schneller geht zusammen. Leider wird uns diese Entwicklung eher mehr Probleme als Vorteile bringen, wenn dies auch keiner realisieren will. Vielleicht denkt darüber mal jemand nach, in unserer Feuerwehr zeigen sich langsam Ansätze. mkg Werner | ||||
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