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| Rubrik | Feuerwehrtechnik | zurück | ||
| Thema | Material des HMS Karabiner | 20 Beiträge | ||
| Autor | Mich8ael8 T.8, Prümzurlay / Rheinland-Pfalz | 808752 | ||
| Datum | 10.06.2015 21:01 MSG-Nr: [ 808752 ] | 6654 x gelesen | ||
Hallo, zuerst zur Ursprungsfrage: Nein, zumindest mir ist keine solche Forderung bekannt und ich glaube mich sogar zu erinnern an der LFKS mit Alu-Karabinern gearbeitet zu haben. Ich kann das aber wohl in zwei Wochen nochmal live kontrollieren. Und jetzt breche ich nach den vielen Beiträgen pro Stahl auch mal eine Lanze für die Alu-Karabiner: Großer Vorteil: Alu ist Leicht. Knapp 2kg finde ich schon relevant. Zu den angesprochenen Negativen Punkten stelle ich erstmal die etwas provokante Frage ob denn die Festigkeit eines Karabiners wirklich so von der Frage Stahl oder Alu abhängt und beantworte sie für mich mit einem "eigentlich nicht!". Denn es ist wie immer komplizierter: Wenn wir die Bruchlastangaben von verschiedenen Karabinern ansehen, dann finden wir sowohl bei Stahl, als auch bei Alu Werte in Längsrichtung von 20kN (minimum nach EN 362) bis 30kN bzw. 50kN (Stahl). Ein Alu-Karabiner mit 30kN Bruchkraft in Längsrichtung wird also erstmal auch mehr aushalten als einer mit 22kN aus Stahl. Über die allgemeine Stabilität sagt also die angegebene Bruchlast mehr aus, als die Angabe ob Stahl oder Alu. Was aber neben der Bruchlast auch entscheiden ist, ist die Wahl der Geometrie: Man muss sich einfach überlegen, wo der Karabiner eingesetzt werden soll und wie er da belastet wird, bzw. welche ungünstige Belastung da auftreten kann. Jede Karabinerform hat nämlich ihre vor und Nachteile. Beispiel Zwischensicherungen: O-Förmig: sehr günstige Geometrie für Belastungen in Längsrichtung, Querbelastung beim Sturz kommt formbedingt relativ häufig vor... D-Förmig: soll genau das Problem der Querbelastung vermeiden, da sich durch nicht parallelen Seiten der Karabiner bei Belastung eher in eine günstige Position dreht, meist weitere Öffnung... HMS-Karabiner: Bei Schraubverschluss schwierig die Verwendung als Sicherungskarabiner auszuschließen. Querbelastung relativ unwahrscheinlich. Geringere Bruchlast bei ungünstiger Längsbelastung [1, S.8] ... Andere Form: ... Grundsätzlich sind alle oben explizit genannten geeignet. Dennoch kann man sich überlegen, welcher Karabiner den jeweiligen Zweck am besten erfüllt und durch die Geometrie schon die Wahrscheinlichkeiten ungünstiger Belastungen verringern. Zur Aussage, dass sich Stahl-Karabiner eher verbiegen bevor sie Brechen: Hmm, ob ich das so glauben soll? Karabiner werden im Allgemeinen durch Umformen hergestellt [2], so furchtbar Spröde können die also gar nicht sein. Gut, wahrscheinlich findet danach immer noch eine Wärmebehandlung (ich vermute Ausscheidungshärtung) statt aber trotzdem wird dann aus einer Knetlegierung noch nichts was einfach so ohne Verformung bricht. Und selbst wenn: Ist das relevant? Nein! Bruch ist Bruch, egal ob das Teil Bruchteile von Sekunden vorher bleibende Verformungen bekommen hat, oder nicht. Ich kann eh nichtmehr darauf reagieren. Es gibt auch Leute die sagen, bei einer Holzleiter hört man das Knacken bevor sie bricht und da ist eine Reaktion sogar evtl. noch möglich, trotzdem hat sich Alu irgendwie durchgesetzt. Zwar sieht man einem Stahlkarabiner eine Überlast ohne Bruch vielleicht eher an als einem aus Alu, aber eine Überlastung des Karabiners sollte man auch so mitbekommen und dann sofort aussondern und Weiterverwendung unmöglich machen. Dazu zähle ich persönlich auch Stürze aus gewissen Höhen auf harten Boden auch wenn ein direkter Zusammenhang zu Mikrorissen so weit ich weiß noch nicht nachgewiesen werden konnte. Ich kann mir sowas allerdings schon vorstellen. Apropos Mikrorisse. Da gibt es Berichte von schwellend belasteten Karabinern aus dem Slackline- [1,3] oder Gleitschirmbereich[4]. Von Kletterkarabinern ist da noch nichts weiter bekannt. Geschrieben von Michael K. Ganz eindrucksvoll: Ja, eindrucksvoll und für Ausbildung auch nicht ungeeignet, aber, so sehr ich die Ersteller schätze (auf der zugehörigen Internetseite gibt es ein sehr gutes Dokument zum Thema Abstusi und Feuerwehr[5]) Die Schlüsse die dort gezogen wurden sind so aus den hier gezeigten Aufnahmen nicht herzuleiten. Stahl- und Alu-Karabiner hatten hier sehr unterschiedliche Bedingungen, einmal durch die zufälligen unterschiedlichen Auftreffsituationen und die daraus folgenden Belastungen, aber viel gravierender durch die unterschiede aufgrund des Falldämpfers, der beim Stahlkarabiner mit eingebaut war. Es würde mich nicht wundern, wenn die Ergebnisse bei umgekehrten Materialien bei den beiden Versuchen nicht anders gewesen wären. Auch interessant ist aber auch welche Verformung der ALU(!)-Rohrhaken zeigt. Schöne Grüße Michael [1]:http://www.wkm.mw.tum.de/fileadmin/tumwwkm/www/pdf/MitarbeiterDaten/SchelllastEnd04022009.pdf [2]:https://vimeo.com/6853295 -> Der gleiche(?) Karabiner in Zugversuch, man beachte die Verformung:https://www.youtube.com/watch?v=lTcvl4n6qnM [3]: http://www.bergundsteigen.at/file.php/archiv/2012/3/54-57%20(aluminium-kletterkarabiner%20unter%20dauerbelastung).pdf [4]: http://www.dhv.de/web/fileadmin/user_upload/aktuell_zu_halten/Sicherheit/Sicherheitshinweise/fakten_urs_kons.pdf [5]:http://www.absturzrisiko.ch/index.php/home/downloads/category/8-schulungsunterlagen-grundmodul-psaga | ||||
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