| Rubrik | Kommunikationstechnik |
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| Thema | Nach Super-GAU der Notfallkommunikation: Ein Netzausfall wie im Juli 2021 könnte sich auch ein Jahr später wiederholen | 46 Beiträge |
| Autor | Mich8ael8 W.8, Herchweiler / Rheinland-Pfalz | 877596 |
| Datum | 15.07.2022 14:30 MSG-Nr: [ 877596 ] | 1756 x gelesen |
Hallo,
Geschrieben von Michael B.100% Ausfallsicherheit, ist das bezahlbar? Für mich unwahrscheinlich.
Es geht nicht um 100% Ausfallsicherheit, das ist sicherlich auch nicht bezahlbar. Aber eine vernünftige Redundanz muss gegeben sein, die existierte aber leider nur auf dem Papier:
Die Endgeräte waren nicht das Problem, die funktionierten zuverlässig.
Die Stromversorgung der Basisstationen war auch nicht das Problem. Die fiel zwar aus, aber die Zeit, dort Stromaggregate aufzustellen, reichte meines Wissens überall aus. Teils wurden die Stationen auch von Mobilfunkbetreibern mitversorgt.
Auch die Nachrüstung einer Normalkapazitätszelle zu einer Hochkapazitätszelle lief dank Vorrüstung zum Aufrüsten problemlos und in angemessener Zeit.
Was in weiten Bereichen ausfiel, war die Anbindung der Basisstationen zum Kernnetz. Zumindest in RLP setzte man hierbei auf eine Kabelanbindung im Ring. Nur leider ist der Ring anscheinend bestenfalls elektrisch gesehen ein Ring, physikalisch von der Kabelverlegung her aber eher als ein Stern ausgelegt, ausgehend jeweils von einer Vermittlungsstelle der Telekom. Blöd halt, wenn diese Vermittlungsstelle (oder auch mehrere) absäuft und/oder der eine Kabelstrang, durch den die Hin- und Rückleitung des "Rings" geht, unterbrochen ist. Hier wird schlicht und einfach je Basisstation eine weitere, physikalisch auf anderem Wege verlaufende Anbindung benötigt. Entweder per Sat-Anbindung oder per Richtfunk. Manche Bundesländer (trotz bundesweitem Netz ist das wohl Ländersache) haben sowas gefordert und implementiert, andere vermutlich aus Kostengründen nicht.
Alleine mit dieser, zugegeben sicher nicht billigen Maßnahme würde man den Großteil der derzeit nicht abgedeckten Ausfallrisiken ausräumen. Dass man Rückfallebenen anderer Technologien braucht, ist auch klar. Dazu gehören u.a. Telefonie/Datenübertragung per Draht, Mobilfunk (kommerziell, mehrere Netze) sowie auch Sat-Telefonie bzw. Sat-Internetzugang. Nicht zuletzt auch der gute alte Melder per Fuß, Krad, Auto. Was ich als Rückfallebene ablehne ist der analoge BOS-Funk.
Ich hoffe doch, dass man auch seitens der Länder, die das nur so wie RLP ausgebaut hatten, das inzwischen eingesehen hat, dass hier dringender Nachrüstbedarf besteht und die entsprechenden Maßnahmen zumindest angegangen ist. Dass davon sicher noch nichts bzw. nicht viel implementiert ist, wundert mich nicht, es handelt sich schließlich nicht um ein privatwirtschaftliches Unternehmen.
Gruß,
Michael
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