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| Rubrik | Fahrzeugtechnik | zurück | ||
| Thema | Preissteigerungen 2025 ff | 47 Beiträge | ||
| Autor | Mark8us 8G., Kochel am See / Bayern | 892371 | ||
| Datum | 20.01.2026 15:34 MSG-Nr: [ 892371 ] | 897 x gelesen | ||
Moin, deine Punkte sind in Teilen nachvollziehbar, aber bei einem zentralen Punkt muss ich dir klar widersprechen. Du schreibst sinngemäß: Wenn Feuerwehren darauf beharren würden, das zu bekommen, was sie brauchen, dann würden sie es auch bekommen. Das stimmt in dieser Form so nicht. Wir haben bei unserem letzten Löschfahrzeug explizit darauf beharrt, einfache, robuste und analoge Technik zu bekommen. Hebel, Rädchen, klare Bedienung, keine überdigitalisierte Spielerei. Wir haben es nicht bekommen. Begründung des Herstellers (konkret Rosenbauer, ich habe extra nachgefragt): Diese Technik wird nur noch für den Bund produziert, weil dort größere Stückzahlen abgerufen werden. Für einzelne Feuerwehren lohnt es sich nicht mehr, die alte Technik aus der Schublade zu holen. Für den zivilen Markt wird faktisch nur noch die neue, digitale Technik verkauft mit dem Argument, das wollen alle so. Und genau das ist der Punkt: Es wird nicht geliefert, was gebraucht oder gewünscht wird, sondern was vertriebsseitig als Nonplusultra platziert ist. Diese Systeme sind: - fehleranfälliger - deutlich teurer - wartungs- und updateintensiv - im Einsatz oft weniger intuitiv und machen Feuerwehren langfristig abhängig vom Hersteller Wenn du kein Update machst, funktioniert das Fahrzeug irgendwann schlicht nicht mehr. Das ist kein Fortschritt, das ist Bindung durch Technik. Zum Thema Feuerwehren definieren selbst die Anforderungen: Ja, formal richtig. Aber die Realität sieht so aus: Die Feuerwehren werden sehr häufig im Vorfeld durch Außendienstmitarbeiter und Vertreter der Industrie beraten. Und bei dieser Beratung wird natürlich nicht das verkauft, was einfach, robust und günstig ist, sondern das, was technisch aufwändig, margenstark und als alternativlos dargestellt wird. Dazu kommen dann noch: - förderrechtliche Zwänge - verwaltungsseitige Maximalabsicherung - politische Erwartungshaltungen und nicht zuletzt auch die Wünsche einzelner kleiner Prinzen, die sich im Fahrzeug verewigen wollen. Das Ergebnis ist genau das, was man heute überall sieht: Overengineering auf kommunalem Niveau. Nicht, weil die Feuerwehr das zwingend braucht. Sondern weil ein System aus Industrieberatung, Vergaberecht, Absicherungsdenken und Eitelkeiten genau das begünstigt. Und ja: Die Ausschreibung und Vergabe liegen bei der Kommune, nicht bei der Feuerwehr. Dort wird häufig versucht, durch maximale technische Ausstattung rechtlich auf der sicheren Seite zu sein. Das treibt die Anforderungen hoch nicht der Einsatz. Kurz gesagt: Nicht die Feuerwehr bekommt, was sie braucht. Sondern sie bekommt das, was wirtschaftlich und strukturell durchsetzbar ist. Wenn wir wollen, dass Fahrzeuge wieder einfacher, robuster und günstiger werden, dann müssen wir: Beratung und Lieferung trennen landesweite Typenfahrzeuge auch für Großfahrzeuge schaffen Varianten begrenzen und Industrie wieder zwingen, seriennahe Lösungen anzubieten statt konfigurierbarer Unikate Dann wird auch wieder das lieferbar, was gebraucht wird. Und nicht nur das, was sich gut verkaufen lässt. Gruß vom See Markus In Treue fest! | ||||
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