| Rubrik | Katastrophenschutz |
zurück
|
| Thema | Gasmangellage 2026 #
| 37 Beiträge |
| Autor | Adri8an 8R., Utting / Bayern | 892494 |
| Datum | 30.01.2026 09:20 MSG-Nr: [ 892494 ] | 786 x gelesen |
Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben
Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben
Das Selbstverständnis der BOS ist interessant. Befeuert durch entsprechende Führungslehrgänge entsteht bei manchen der Anspruch überall mitreden zu müssen. Manchmal sollten wir ein wenig auf unsere Rollen- und Resourcenverständnis achten:
Ich finde es wichtig dass wir als BOS kritisch sind und unsere Expertise einbringen. Im Bereich Gasversorgung habe ich aber beispielsweise keine Ahnung (Trotz Zugführerlehrgang/B4). Im Bereich Blackout weiß ich durch meine Ausbildung bei einem Energieversorger etwas mehr, ich stelle aber immer wieder fest dass sich seit damals viel geändert hat und die Energieversorger auch echt nicht schlafen. Die meisten Youtubevideos in dem Bereich sind ebenfalls nicht auf dem aktuellen Stand, wollen einem was verkaufen oder beides. Wo sind eigentlich unsere letzten vorhergesagten Blackouts abgeblieben? Unterwegs verhungert? Oder sind die Netzbetreiber doch nicht ganz so dumm wie behauptet?
Meine Rolle als Feuerwehr: Wenn DAS passiert kann ich DAS leisten. Mit folgendem Spielzeug kann ich mehr leisten, entscheidet also was wir leisten können sollen.Wenn wir aber ständig zu viel Lärm machen und dann nichts kommt nimmt uns keiner mehr ernst.
Auch Thema Rollenverständnis: In den meisten Fällen ist unsere Aufgabe auch gar nicht die Prävention sondern erst die aktive Krisenabwehr, dem sollten wir uns bewusst sein. Der Bereich des Bevölkerungsschutz betrifft beispielsweise überwiegend Schulung der Bevölkerung und bauliche Maßnahmen, das funktioniert in weiten Teilen der Republik ohne Zutun der Feuerwehren. Im Bereich Notunterkünfte gibt es Betreuungseinheiten, das ist erstmal deren Aufgabe. Rote Autos mit Blaulicht sind da relativ weit hinten angesiedelt, ich behaupte für den Zivilschutz (=/= Katastrophenschutz) braucht es gar keine weiteten Löschfahrzeuge, die Aufgaben sind viel globaler.
Thema Resourcen: Um Schäuble sinngemäß zu zitieren: Feuerwehr war immer eine 80%-Lösung. Für 80% der Einsätze sind wir gut ausgerüstet, und beim Rest werden wir eine Lösung finden. Beispiel Türöffnung: Es darf doch einen Unterschied machen ob der Schlüssldienst kommt oder die Feuerwehr notfallmäßig eine Türe öffnet. Brauche ich wirklich die 2-Koffer-Vollausstattung oder reicht das Brechwerkzeug? Wie viel echt teures Werkzeug kaufen wir mittlerweise das eher den 1%-Einsatz abdeckt? Planungsziel gemäß Merkblatt in Bayern sind beispielsweise Szenarien, welche mindestens 2x in 10 Jahren im Ortsgebiet vorkommen, da wird es bei vielen Spezialgeräten echt dünn. Wie oft habt ihr eure Seilwinde wirklich gebraucht und nicht nur eingesetzt weil sie eh da war? Wenn ich unsere Einsatzzahlen anschaue sollten wir uns eher um Material zum schonenden Patiententransport Gedanken machen...
Also lasst uns doch weiterhin so aufstellen, dass wir 80% der Einsätze gut abarbeiten können (auch bei Stromausfall bis 72h). Feuerwehr lebt von einer starken Mannschaft mit Improvisationstalent, und da fühle ich mich in unserem Bereich gut aufgestellt.
Viele Grüße
Adrian
 Beitrag inhaltlich zustimmen / ablehnen
|
| << [Master] | antworten | >> |
| flache Ansicht | Beitrag merken | alle Beiträge als gelesen markieren |
|