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RubrikKatastrophenschutz zurück
ThemaGasmangellage 2026    # 37 Beiträge
AutorAdri8an 8R., Utting / Bayern892505
Datum01.02.2026 22:24      MSG-Nr: [ 892505 ]582 x gelesen

Geschrieben von Ulrich C.das magst Du als Deine Rolle mit Deiner Fw sehen... die BOS ist allerdings weit mehr...


Klar, wir sind hier aber im Feuerwehr-Forum ;-).

Das ist aber tatsächlich relativ schwer zu beantworten welche Rolle wir gerade betrachten: Die meisten hier werden mit der Brille der kommunalen Feuerwehr (klassisch abwehrender Brandschutz) oder Kreisfeuerwehr (typ. Aufsichtsbehörde) lesen. Im Bereich der Berufsfeuerwehren verschmilzt Gefahrenabwehr, -vorsorge und Genehmigungsbehörde oft in einem Amt, teilweise sogar mit Aufgaben der Landesbehörden. Dazu kommt die entsprechende Gremienarbeit (in der du ja bekanntermaßen tätig bist), hier ist der Blick natürlich noch etwas globaler. Dazu gibt es 16 Landesgesetzgebungen, beispielsweise ist Wasserrettung in Bayern teil des Rettungsdienstgesetzes, in anderen Bundesländern eher bei den Feuerwehren verortet. So kann allein die Frage, was denn nun Aufgabe der Feuerwehren ist, kaum beantwortet werden. Beim abwehrenden Brandschutz ist die Sache noch recht einfach. Bei der Brandsicherheitswache gibt es bereits starke unterschiede, von Pflichtaufgabe bis private Firma. Die THL ist ja so der allgemein gehaltene Auffangtatbestand der Feuerwehr, da wird ja vom Verkehrsunfall über First-Responder-Dienst bis zur Wasserrettung alles oder auch weniger hineingedichtet. In der Summe funktioniert es vor Ort aber meist recht gut.

Ich trage selbst mehrere Brillen, es ist immer schwer mit welchen man alles schreibt ;-)

Und schon mal was von Bevölkerungsschutz gehört? (By the way: Wieviel Verletzte hat eigentlich die Eislage in HH und B und sonstwo verursacht und warum interessiert das keinen - während bißchen Sandsäcke legen Großalarm auslöst..


Wie viele Menschen sterben jährlich an der Grippewelle? Die Frage ist ob jedes menschliche Problem im Zuständigkeitsbereich der BOS gelöst werden soll. Jede BOS hat ihr Leistungsprofil, man sollte sie auch überwiegend dort einsezten. Hier geht es nicht immer um Preis/Leistung. Um einen Kollegen zu zitieren: "Die Feuerwehr hat keinen Business-Case".


Geschrieben von Ulrich C.Ganz ehrlich? Humbug!
Ohne vernünftige passende Vorbereitung wird die Gefahrenabwehr in der Lage zum Irrsinn.
Das geht beim Hydrantennetz und den Gebäude-VB los (alles mit Einfluss der Fw!) und weiter über das Anlegen von Schneisen, Rückhaltebecken uvm.


Thema Hydrantennetz:

Hier wurde bereits viel geschrieben, ich habe auch kein Problem wenn wir zukünftig GTLF nutzen weil es günstiger ist als ein überdimensioniertes Rohrleitungsnetz.

Thema VB:

Deswegen habe ich geschrieben: "in den meisten Fällen". Ich bin recht froh um unsere BayBO. Als Feuerwehr sind wir aber im Baurechts nur ein Stakeholder von vielen, und mit "wir" meine ich damit an der Gesamtzahl gemessen ziemlich wenige Menschen die unsere Interessen dort vertreten. Auch hier können wir nur aufzeigen welche Entscheidungen welche Konsequenzen haben. Wenn die Entscheidung hin zur Deregulierung kippt bleibt unsere Aufgabe der abwehrende Brandschutz mit neuen Rahmenbedingungen.

In dieser Rolle bleiben wir leider auch eher im Bereich der anekdotische Evidenz, allein das AGBF-Schutzziel und die zugrunde liegende ORBIT-Studie sind zwar akzeptierter Standard, jedoch wissenschaftlich auf tönernen Füßen Link.

TIBRO hat viel geforscht, aber auch keine einfachen Erkenntnise geliefert. Um die Facharbeit von Robert Luttermann zu zitieren:
Eine Hilfsfrist kann nicht rein wissenschaftlich hergeleitet werden. Ein höheres Schutzniveau führt potentiell immer zur Vermeidung von Schäden. Die Festlegung eines erwünschten Maßes an Sicherheit ist eine politische Entscheidung, die nicht den Eindruck naturgesetzlicher Determiniertheit erwecken darf.

Viele unserer Forderungen sind einzig durch politischen Druck und die uns zugestandene Expertenrolle durchgesetzt worden. Man bedenke was allein eine Änderung in der wissenschaftlich wachsweichen Schutzzieldefinition für Feuerwehrdeutschland bedeuten würde. Durch wenige Minute mehr "Schutzziel" könnten bei BF und FF ganze Wachen entfallen, wobei noch nicht einmal klar gesagt werden kann wie viel Menschenleben das wirklich kosten würde. Bei heutigen Brandlasten ist der Patient im Rauch eher der akzeptierte "Normtote".

Nebenbei gibt es noch die ganzen Lobbyforderungen der Industrie die akzeptiert sind, aber kaum wer öffentlich anspricht:

- Warum muss der gleiche Feuerlöscher in jedem EU-Land in anderen Zeitabständen geprüft werden? Aus meiner eigenen anektdotischen Evidenz funktionieren die Feuerlöscher auch Jahre abgelaufen noch sehr gut.
- Wandhydranten sind ja nicht viel mehr als ein Gartenschlauch, aber die Prüfindustrie verursacht entsprechende Folgekosten dass man als Chef echt überlegen muss sich diese einzubauen.
- Die Feuerlöscherzahl in Betrieben ist eh eine interessantes Dokument, da kommen echt hohe Löscherzahlen heraus. Die Industie freuts, die Arbeitgeber nehmen es hin, weil was will man machen.
- Warum kann ein Brandschutzfachplaner einfach so eine aufgeschaltene BMA ins Konzept schreiben als Kompensation und die Feuerwehren haben das zu akzeptieren?
- Warum akzeptieren wir Normengremien, welche zum Großteil mit Herstellerfirmen besetzt sind? Ein Verbandmittelhersteller wird doch kaum den Verbandkasten kleiner gestalten? Ein Hersteller von Lampen hat keine Ahnung von Leinen, sitzt aber stimmberechtigt im Gremium?
- Eine Norm ist ersteinmal nur eine technische Baubeschreibung, warum sehen wir diese als Gesetze an? Und Warum müssen wir für Normen mit Gesetzescharakter so viel Geld zahlen?

Mittlerweile ist Sicherheit/Prüfungen/Zertifizierungen ein selbsttragender Wirtschaftszweig geworden der unsere Unternehmer melkt und man sich selbst als sicherheitsorienteriter Feuerwehrmann nur noch am Kopf kratzt.


In diesem ganzen Wust an "Sicherheitsforderunen" kann ich verstehen dass ein Politiker sich nur noch wegduckt. Daher mein Spruch "Wenn wir dauernd zu laut sind nimmt uns irgendwann keiner mehr ernst." Ich sehe dein Waldbrandthema oder die Einheitlichkeit von Feuerwehrfahrzeugen als echt wichtig an, politisch ist es aber kein Gewinnerthema. Im Wald gibt es eine große Zahl von Stakeholdern welche meist wesentlich öfter im Wald sind als wir. Wenn die Schäden steigen und man uns um Rat fragt können wir aber natürlich mit kompetenten Antworten aufwarten.


Auch der Bevölkerungsschutz/Katastrophenschutz/Zivilschutz ist eine rein politische Größe. Wir sagen was wir wollen, die Politik wie viel wir bekommen und wir spiegeln darauf hin zurück wie der neue Stand ist. Wenn aber die Vorbeugung ein völlig überzogenes vielfaches der möglichen Schadensreduktion kostet müssen wir das auch einmal zugeben (nicht nur aktzeptieren).

Umfangreiches Thema, mit jedem Punkt macht man neue Fässer auf. Ich bremse jetzt mal hier,

Viele Grüße
Adrian

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