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Mehrbereichs-Schaummittel
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In my Opinion = meiner Meinung nach
Mehrbereichs-Schaummittel
Schaummittel, "aqueous film-forming foam"
RubrikTaktik zurück
ThemaUnterschied MBS und Class-A-Schaummittel27 Beiträge
AutorMath8ias8 Z.8, Offenbach / Hessen396352
Datum09.04.2007 17:21      MSG-Nr: [ 396352 ]30980 x gelesen

Hallo Robert,

Geschrieben von Roman Bochertwir haben seit Anfang März ein neues LF 10/6 im Gerätehaus stehen. Besonderheit ist die Schaummittelzumischanlage DIGIDOS 24 von Rosenbauer. Die Anlage ermöglicht Zumischraten von 0,1 bis 6,0%. Dummerweise ist nur ein Schaummitteltank eingebaut. (120 Liter). Das bei uns eingesetzte Schaummittel ist Sthamex f-15 MBS.
Wenn man sich mal das Produktdatenblatt von Sthamex durchliest, wird man feststellen, dass dort von ?guten Netzmitteleigenschaften? bei einer Zumischung von 0,5 bis 1 % die Rede ist.

In Zukunft werden wir bei Brandeinsätzen der Klasse A mit einer Zumischrate von 1% arbeiten. (Netzwasser)

Jetzt Frage ich mich, wo der Unterschied zwischen Class-A-Schaummittel und MBS liegt!
Handelt es sich bei Class-A-Schaummittel lediglich um eine höhere Konzentration? (da man ja lediglich 0,3 bis 0,5% zumischen muss)


Mehrbereichsschaummittel sind synthetische Schaummittel für die Erzeigung von Schwer-, Mittel, und Leichtschaum. In der Regel werden sie bei Bränden von Stoffen der Brandklasse B mit 3% zugemischt. Man kann bekanntermaßen es auch als Netzmittel bei Bränden von Stoffen der Brandklasse A einsetzen; da reicht, wie ja auch im Datenblatt zu lesen, eine Zumischrate von etwa 1%. "1%" wird wohl deshalb häufig genannt, weil das im "Geradeausverfahren" mit Z-Zumischern die niedrigste einstellbare Konzentration ist. Wenn aber im Datenblatt "0,5%" stehen, dann kann man das -Technik vorausgesetzt- natürlich auch so machen und spart noch einmal die Hälfte.

Class-A-Schaummittel sind eine Entwicklung aus den USA, die primär für den Einsatz bei Bränden von Stoffen der Brandklasse A gedacht sind. Im Prinzip sind auch Class-A-Schaummittel synthetische Schaummittel mit Eignung für Schwer- Mittel und Leichtschaum.
Wenn Du einmal die Produktdatenblätter von "Sthamex F-15" und "Sthames Class-A" vergleichst, wirst Du feststellen, dass beide Produkte sehr ähnliche Eigenschaften haben. Das MBS hat etwas bessere Wasserhaltezeiten, das Class-A kommt dafür mit etwa einem Drittel der ZR des MBS aus.
Je nach Zumischrate kann man auch damit Schaum oder auch Netzwasser erzeugen. Je nach Verwendung ist dazu meist eine Zumischrate von 0,1% bis 1% vonnöten.

Da diese Schaummittel zur Vegetationsbrandbekämpfung entwickelt wurden, liegt ein besonderer Augenmerk auf der Umweltfreundlichkeit. Wenn Du die SDB der beiden Sthamer-Produkte vergleichst, wirst Du feststellen, dass das Class-A deutlich bessere Werte hat, insbesondere in Bezug auf die gebrauchsfertige Lösung in Wasser.
Das könnte nicht zuletzt daher kommen, dass zwar die Tensidkonzentration im Schaummittel höher, die der restlichen Zusatzstoffe (Frostschutz etc.) jedoch ähnlich ist, was sich in der gebrauchsfertigen Lösung natürlich bemerkbar macht.

Da bei uns in D allerdings Schaummittel immer für die Brandklasse B zugelassen werden müssen / mussten, eignen sich alle Class-A-Schaummittel auch für Brände von Stoffen der Brandklasse B. Dazu ist meist eine etwas höhere Zumischrate erforderlich. Bei Sthamex Class-A- wäre das z.B. 1%.

Sthamex-Class A ist aber nur ein Beispiel, es gibt noch einige andere Schaummittel am Markt. Wie auch immer - Class A ist pro Liter zwar teurer, durch die geringere ZR im Einsatz aber doch meist deutlich billiger und hat keine nennenswerten Nachteile gegenüber MBS.

Wenn man heute als öffentliche Feuerwehr nach wie vor nur ein Schaummittel beschafft, gibt es bei vorhandener Technik (oder Kenntnis des Nebenschlußverfahrens mit Z-Zumischern) IMO keinen Grund, weiterhin auf MBS 3% zu setzen. Class-A ist billiger, platzsparender und oft auch noch umweltfreundlicher. Die anderen Vor- und Nachteile v.a. gegenüber AFFF bleiben die gleichen.


mfG

Mathias Zimmer


#Wie üblich meine persönliche Meinung.#

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